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ROUNDUP: Weiter viele Corona-Infektionen - Hamburg verschärft Maskenpflicht

·Lesedauer: 3 Min.

HAMBURG (dpa-AFX) - Zur Eindämmung der wieder aufgeflammten Corona-Pandemie verschärft Hamburg ab Montag die Maskenpflicht. In öffentlichen Gebäuden und in Gastronomiebetrieben müsse dann grundsätzlich ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Samstag. Auf öffentlichen Plätzen mit starkem Gedränge sowie auf Demonstrationen und Großveranstaltungen werde ebenfalls eine Maskenpflicht gelten.

Der Senat veröffentlichte eine Karte im Internet, auf der die betroffenen Straßen und Plätze markiert sind. Dazu zählen die Reeperbahn und die Landungsbrücken sowie das Schulterblatt im Schanzenviertel, der Ballindamm an der Binnenalster und der Steintorplatz am Hauptbahnhof. Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht drohe ein Mindestbußgeld von 150 Euro, sagte Leonhard. Es könne aber je nach Situation auch nur eine Verwarnung ausgesprochen werden.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erklärte, der Senat wolle schärfere Maßnahmen wie Sperrstunden oder eine Absenkung der Gästezahl an Tischen nach Möglichkeit vermeiden. Die Gastronomie sei aber ein Bereich, in dem sich besonders viele Menschen mit dem Coronavirus ansteckten. Am Samstag hatte die Gesundheitsbehörde den dritten Tag in Folge eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 35 gemeldet. Demnach gab es in der vergangenen Woche 38,8 Ansteckungen je hunderttausend Einwohner.

Leonhard sagte über die Pandemielage in Hamburg: "Wir stehen ein Stückchen an einem Scheideweg." Die Infektionsdynamik sei noch zu bremsen, könne aber auch außer Kontrolle geraten. Die Gesundheitsämter hätten zurzeit große Mühe mit der Nachverfolgung der Kontakte. Als Beispiel nannte sie ein gemeinsames Essen in Altona, bei dem eine infizierte Person vier andere Menschen angesteckt habe, darunter zwei Boxtrainer. Jetzt gebe es weitere Infektionen bei den Schülern einer Boxschule. Das habe viele hundert Anrufe der Gesundheitsämter ausgelöst, die nun Quarantäne für viele Kontaktpersonen anordnen mussten.

In einem anderen Fall habe sich eine Kitamitarbeiterin auf einer privaten Feier angesteckt, aber vor den ersten Symptomen und einem positiven Test noch weiter gearbeitet. Nun habe das Gesundheitsamt die Kita schließen müssen. Auch dieser Fall habe viele Quarantäneanordnungen zur Folge gehabt, sagte die Sozialsenatorin. In Hamburg ließen sich derzeit jeden Tag rund 12 500 Menschen testen, davon zuletzt 98 mit positivem Ergebnis. Mehrere hundert Menschen pro Tag müssten in Quarantäne gehen.

Die Polizei hatte am Freitagabend mit einem Großaufgebot die Einhaltung der Corona-Regeln in Lokalen, Bars und Shisha-Bars in ganz Hamburg kontrolliert. Es seien 355 Betriebe überprüft worden, sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer. 314 Betriebe oder 88 Prozent seien ohne Beanstandungen gewesen. In den übrigen 41 Bars und Kneipen hätten die Beamten 109 Mängel festgestellt.

Am gravierendsten sei die Lage im Stadtteil Billstedt gewesen. "Man kann teilweise von einem Tohuwabohu sprechen", sagte Meyer. In drei kontrollierten Shisha-Bars seien die Kontaktlisten nicht richtig geführt und die Abstände nicht eingehalten worden. Verantwortliche hätten sich mit falschen Papieren ausgewiesen, die Gäste hätten sich durchweg uneinsichtig verhalten. Die Kohlenmonoxidkonzentration sei zudem so hoch gewesen, dass die Polizei die Feuerwehr gerufen habe. Eine Shisha-Bar sei geschlossen worden, in den beiden anderen darf nicht mehr Shisha geraucht werden. Der Polizeipräsident kündigte weitere Kontrollen dieser Art in Hamburg an.