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ROUNDUP: Verbindungstechnik-Spezialist Norma profitiert von Markterholung

·Lesedauer: 3 Min.

MAINTAL (dpa-AFX) - Der Verbindungstechnik-Spezialist Norma <DE000A1H8BV3> hat im ersten Quartal von der anhaltenden Erholung der Automärkte und guten Geschäften im Wassermanagement profitiert. Umsatz und Profitabilität legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zu, wie der im Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> notierte Zulieferer am Mittwoch im hessischen Maintal bei Frankfurt mitteilte. Nach einem schwierigen und von der Corona-Krise geprägten ersten Halbjahr 2020 setzte sich der zuletzt positive Trend bei den Hessen weiter fort. Die Norma-Aktie legte zu Handelsbeginn um 2,4 Prozent zu.

Die Erlöse stiegen um 13 Prozent auf 286,4 Millionen Euro, aus eigener Kraft legten sie um knapp 18 Prozent zu. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) kletterte um fast die Hälfte auf 36,9 Millionen Euro. Dabei spielten Norma auch Einsparungen im Zuge des laufenden Umbaus in die Karten. Die entsprechende Marge legte um 3 Prozentpunkte auf 12,9 Prozent zu. Unter dem Strich stand ein fast doppelt so hoher Überschuss von 20,3 Millionen Euro.

Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank sprach von einem "exzellenten ersten Quartal", das leicht über den Erwartungen liege. Die Zahlen seien geprägt von einem sehr dynamischen Umsatzwachstum und einer starken Erholung der Gewinne, urteilte der Experte. Zudem werde Norma im weiteren Jahresverlauf noch stärker von Kostensenkungen profitieren. Rothenaicher ist überzeugt, dass der Konzern seine gesteckten Ziele für 2021 erreichen wird.

Norma verwies darauf, dass die Nachfrage in allen wesentlichen Geschäftsbereichen und in allen Regionen signifikant angezogen habe. Besonders stark fiel das Wachstum in der Region Asien-Pazifik aus. Vor allem die deutlich höhere Nachfrage in der chinesischen Automobilindustrie, die im Vorjahresquartal durch den pandemiebedingten Lockdown in China beeinträchtigt gewesen war, habe dazu beigetragen, hieß es. Auch in der EMEA-Region (Europa, Naher Osten und Afrika) sowie in Amerika verzeichnete Norma Zuwächse, wenngleich diese deutlich geringer ausfielen.

Konzernchef Michael Schneider zeigte sich zufrieden. "Das gute Geschäftsergebnis des ersten Quartals bekräftigt unseren positiven Ausblick auf die nächsten Monate und unsere Erwartungen für ein profitables Wachstum im Gesamtjahr 2021", sagte der Manager. Die Prognose für das laufende Jahr bestätigte Norma denn auch. So sollen die Erlöse aus eigener Kraft 2021 im niedrigen zweistelligen Prozentbereich steigen, nachdem sie 2020 um gut 13 Prozent auf rund 952 Millionen Euro gesunken waren. Die Marge des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll auf über 12 Prozent zulegen, im Vorjahr war sie auf 4,8 Prozent abgesackt.

Norma hatte die Pandemie-Folgen in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres deutlich zu spüren bekommen und war in die roten Zahlen gerutscht. Vor allem im zweiten Quartal war es zu einem Nachfrageeinbruch und Produktionsunterbrechungen in zahlreichen Norma-Werken gekommen, ehe die Nachfrage nach Verbindungstechnik anschließend nach und nach wieder anzog. Bereits ab dem dritten Quartal ging es wieder aufwärts für die Hessen.

2021 will Schneider den Fokus noch stärker auf die Geschäftsfelder Wassermanagement, Industrieanwendungen und Elektromobilität ausrichten. Das weiterhin von der Pandemie beeinflusste Jahr betrachtet der Manager als "Übergangsjahr", um den Konzern strategisch für die Zukunft aufzustellen und profitabler zu werden. Zudem solle das laufende Umbau- und Sparprogramm weiter umgesetzt werden, hatte der Manager im März gesagt.

Im Gegensatz zu reinen Automobilzulieferern ist Norma breiter aufgestellt. Die Norma Group stellt unter anderem Schläuche, Verschraubungen, Rohre und Befestigungen her. Die Produkte des Verbindungstechnik-Spezialisten kommen etwa in der Autoindustrie, aber auch bei Luftfahrt und Marine, in Kühlsystemen oder im Wassermanagement zum Einsatz. Das Unternehmen hat laut eigenen Angaben rund 9000 Mitarbeiter und Kunden in über 100 Ländern.