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ROUNDUP/USA: Arbeitslosigkeit steigt im April massiv an

WASHINGTON (dpa-AFX) - In den USA ist die Arbeitslosigkeit inmitten der Corona-Krise auf den höchsten Stand seit mehr als 70 Jahren gestiegen. Nach Regierungszahlen vom Freitag stieg die Arbeitslosenquote im April auf 14,7 Prozent. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Vor Beginn der Krise im Februar hatte die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent gelegen, im März war sie auf 4,4 Prozent gestiegen.

Analysten hatten im Mittel einen noch stärkeren Sprung auf 16 Prozent erwartet. Die Beschäftigung brach mit Rekordtempo ein. Außerhalb der Landwirtschaft gingen 20,5 Millionen Stellen verloren. Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebungen. Analysten hatten im Mittel mit einem Rückgang um 22,0 Millionen gerechnet.

Die Löhne und Gehälter stiegen stark an. Die Stundenlöhne erhöhten sich gegenüber dem Vormonat um 4,7 Prozent, gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen sie um 7,9 Prozent. Derart stark steigende Löhne sind außergewöhnlich und vermutlich Folge eines statistischen Effekts. Es dürften vor allem niedrig bezahlte Angestellte ihre Anstellung eingebüßt haben, was den Lohnzuwachs nach oben hin verzerrt.

In den USA haben wegen der Corona-Krise seit März bereits mehr als 33 Millionen Menschen erstmals Arbeitslosenhilfe beantragt. Die Arbeitslosenquote für April erfasst wegen einer verzögerten Datenerhebung nur die Lage bis Mitte des Monats. Die Quote dürfte daher wohl noch nicht das ganze Ausmaß der Jobkrise widerspiegeln.

In der US-Geschichte gab es nur während der Weltwirtschaftskrise in den 1920er und 30er Jahren eine höhere Arbeitslosenquote. Damals erreichte Quote Schätzungen zufolge rund 25 Prozent.

Fast alle 50 Bundesstaaten verhängten im März Ausgangsbeschränkungen, um die Verbreitung des Coronavirus zu bremsen. Damit kam das öffentliche Leben für die große Mehrheit der rund 330 Millionen Amerikaner zum Erliegen. Viele Geschäfte, Einkaufszentren und Betriebe wurden geschlossen, Restaurants und Hotels blieben leer. Viele Mitarbeiter dieser Unternehmen beantragten Arbeitslosenhilfe. Auch Entlassungen sind in den USA einfacher und schneller möglich.

Seit Anfang des Monats haben viele Bundesstaaten damit begonnen, die Corona-Vorschriften wieder langsam zu lockern - obwohl die Pandemie vielerorts noch längst nicht unter Kontrolle scheint. US-Präsident Donald Trumps Regierung hofft daher darauf, dass sich Arbeitsmarkt und Wirtschaft ab dem dritten Quartal wieder rasant erholen werden.

Bis Februar hatte die US-Konjunktur noch gebrummt, an der Börse wurden Höchststände gemeldet, und Experten rechneten mit einem Wirtschaftswachstum von gut zwei Prozent. Doch die rasante Ausbreitung des Coronavirus seit Anfang März machte die guten Konjunkturaussichten zunichte. Die USA steuern inzwischen trotz massiver Konjunkturpakete auf eine tiefe Rezession zu.

Das dürfte Trump höchst ungelegen kommen, der sich bei der Wahl im November um eine zweite Amtszeit bewirbt. Der Präsident machte zuletzt Druck, die Corona-Beschränkungen der Bundesstaaten aufzuheben, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Dafür will er auch in Kauf nehmen, dass es weiter Neuinfektionen und Tote geben wird.

Bislang sind in den USA - einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern - Forschern der Universität Johns Hopkins zufolge rund 1,26 Millionen Corona-Ansteckungen nachgewiesen worden. Das entspricht etwa jeder dritten bekannten Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 weltweit. Mehr als 75 000 Menschen starben in den USA.