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ROUNDUP: Wieder US-Forscher? Wirtschaftsnobelpreisträger werden verkündet

·Lesedauer: 2 Min.

STOCKHOLM (dpa-AFX) - Zum Abschluss der Nobelpreis-Bekanntgaben wird am Montag verkündet, wer den diesjährigen Wirtschaftsnobelpreis erhält. Frühestens um 11.45 Uhr wollte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekanntgeben, wer diesmal in der Kategorie Wirtschaft geehrt wird. In der Vergangenheit ging der Preis überaus häufig an Wissenschaftler aus den USA - und diesmal?

Dotiert ist die Auszeichnung mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 950 000 Euro) pro Kategorie, das ist eine Million Kronen mehr als im Vorjahr. Damals war der Wirtschaftspreis an die Ökonomen Esther Duflo, Abhijit Banerjee und Michael Kremer gegangen, die damit für ihre Verdienste im Kampf gegen die globale Armut ausgezeichnet worden waren.

Der Wirtschaftsnobelpreis ist die einzige der Auszeichnungen, die nicht auf das Testament von Dynamit-Erfinder und Preisstifter Alfred Nobel zurückgeht. Er wird seit Ende der 60er Jahre von der schwedischen Reichsbank gestiftet und gilt somit streng genommen nicht als klassischer Nobelpreis. Dennoch wird er gemeinsam mit den anderen Preisen an Nobels Todestag, dem 10. Dezember, überreicht.

Die sonst so prunkvollen Preisverleihungen in Stockholm und Oslo finden in diesem Jahr jedoch aufgrund der Coronavirus-Pandemie in anderem und deutlich kleinerem Rahmen statt. In Stockholm, wo alle Preise bis auf den Friedensnobelpreis überreicht werden, ist statt der feierlichen Zeremonie im Konzerthaus diesmal eine im Fernsehen übertragene Verleihung aus dem Rathaus geplant, auf der die Preisträger aus ihrer jeweiligen Heimat zugeschaltet werden sollen.

Geht es nach Einschätzung deutscher Top-Ökonomen, dann dürften bei dieser Verleihung am ehesten Amerikaner zugeschaltet werden: US-Forscher dominieren seit jeher beim Wirtschaftsnobelpreis, und auch diesmal werden viele Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten zum Favoritenkreis gezählt, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, plädiert für Maurice Obstfeld und Kenneth Rogoff. Im Jahr der globalen Corona-Krise sei die Forschung der US-Ökonomen umso relevanter. Hubertus Bardt, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), favorisiert den gebürtigen Inder Jagdish Bhagwati, der der vermutlich einflussreichste Globalisierungsforscher der Erde sei.

Achim Wambach, der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), spricht sich für die US-Ökonomen Paul Milgrom und Robert Wilson aus, die maßgeblich die Theorie von Auktionen und deren Anwendung geprägt hätten. Hennig Vöpel, der Direktor des Hamburgisches Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), hält dagegen die türkischen Ökonomen Dani Rodrik und Daron Acemoglu für preiswürdig. Die in Harvard und am Massachusetts Institute of Technology lehrenden Forscher hätten mit ihren Arbeiten wesentlich zu einem besseren Verständnis der politischen Ökonomie der Globalisierung beigetragen.