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ROUNDUP: Unerwartet schwache Preisentwicklung in China

PEKING/FRANKFURT (dpa-AFX) - In China deuten schwache Preisdaten auf eine eher schleppende Erholung der Wirtschaft von den Folgen der Corona-Krise hin. Im April sind die Erzeugerpreise so stark gefallen wie seit vier Jahren nicht mehr und der Anstieg der Verbraucherpreise hat sich unerwartet stark abgeschwächt. Die Erzeugerpreise seien im April im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt am Dienstag in Peking mit. Dies ist der stärkste Rückgang seit April 2016.

Damit beschleunigte sich der Rückgang der Preise auf Erzeugerebene kräftig - das deutet auf eine schwache Nachfrage der produzierenden Unternehmen hin. Von Bloomberg befragte Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang um 2,5 Prozent gerechnet.

Eine unerwartet schwache Entwicklung zeigte sich auch bei den Verbraucherpreisen. Diese legten den Angaben im April um 3,3 Prozent im Jahresvergleich zu, während Analysten im Mittel einen Zuwachs um 3,7 Prozent erwartet hatten. Damit war die Teuerung in China so schwach wie seit dem vergangenen September nicht mehr. Im März hatte die Inflationsrate noch bei 4,3 Prozent gelegen und im Februar spürbar höher bei 5,2 Prozent.

Die schwächere Inflation im April und die verstärkte Deflation der Erzeugerpreise eröffnet der chinesischen Notenbank nach Einschätzung von Analysten allerdings weitere Möglichkeiten im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise. "Das legt nahe, dass die Zentralbank noch weiteren Spielraum für die Lockerung ihrer Geldpolitik besitzt", sagte Experte Hao Zhou von der Commerzbank.