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ROUNDUP: Teil-Lockdown beginnt - Bundespolizei kontrolliert in Berlin

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BERLIN (dpa-AFX) - Mit Beginn des Teil-Lockdowns sind in Deutschland am Montag weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Kraft getreten. Gastronomiebetriebe, Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen weitestgehend geschlossen bleiben. Die Bürger müssen sich an Kontaktbeschränkungen halten, die ebenfalls an die Anfangsphase der Pandemie im Frühjahr erinnern.

Gastronomiebetriebe dürfen in den nächsten vier Wochen lediglich Speisen und Getränke zum Abholen anbieten oder liefern - das betrifft auch Cafés und Kioske mit Sitzplätzen. "Man merkt schon heute Morgen, dass weniger Leute kommen", sagte ein Kioskbetreiber in Essen am Montagmorgen. In der Filiale einer Bäckereikette mit großem Cafébereich hing ein Hinweisschild: "Liebe Gäste! Ab 2.11. bis 30.11. darf unser Café Sitzbereich nicht genutzt werden."

Wie viele Gastronomiebetriebe die Möglichkeit des Außer-Haus-Verkaufs nutzen werden, sei noch völlig unklar, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Berlin, Thomas Lengfelder, am Montag. Die Unsicherheit bei den Gastronomen sei enorm. Hotels dürfen nur noch Geschäftsreisende beherbergen. "Die Lage ist katastrophal", sagte Lengfelder. "Die Häuser waren schon vor dem Teil-Lockdown zu weniger als zehn Prozent belegt." Wie viele Einrichtungen für die Geschäftsreisenden offen bleiben, lasse sich noch nicht abschätzen.

Die Bundespolizei kontrollierte am Montagmorgen verstärkt auf Umsteigebahnhöfen in Berlin und Potsdam. Damit solle die Einhaltung der aktuellen Corona-Schutzverordnungen überwacht werden, teilte die Bundespolizei auf Twitter mit. Bahnen im Berliner Berufsverkehr wirkten am Morgen nach Beobachtung mehrerer dpa-Reporter nicht deutlich leerer als üblich.

Die Politik hofft, mit dem Teil-Lockdown die rasant gestiegenen Corona-Infektionszahlen und den wachsenden Druck auf das Gesundheitswesen wieder in den Griff zu bekommen.

In Nordrhein-Westfalen appellierte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mit ganzseitigen Anzeigen in Tageszeitungen an die Bürger, verantwortungsbewusst und solidarisch zu handeln. Ihm sei bewusst, dass die Beschränkungen für viele Menschen eine große Belastung seien, schrieb Laschet in einem offenen Brief. "Deshalb brauchen wir in diesen Tagen vor allem eines: Solidarität." Man müsse etwa an die Alten und Kranken denken, für die das neuartige Coronavirus eine tödliche Bedrohung sei. Ziel der Maßnahmen sei es, "die Gesundheit der Verwundbarsten" zu schützen, Kitas und Schulen offenzuhalten und das Wirtschaftsleben aufrechtzuerhalten.