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ROUNDUP/Studie: Fast jeder Dritte ist ein Modemuffel

·Lesedauer: 3 Min.

KÖLN (dpa-AFX) - Fast jeder dritte Mensch in Deutschland ist ein Modemuffel und interessiert sich überhaupt nicht für Bekleidungstrends. Dieses für die trendverliebten Modemacher etwas ernüchternde Ergebnis erbrachte eine vom Modeverband Deutschland GermanFahshion am Montag veröffentliche Umfrage unter mehr als 2000 Verbraucherinnen und Verbrauchern. Wenig überraschend war das komplette Desinteresse an Mode bei Männern (32 Prozent), das noch etwas verbreiteter als bei Frauen (28 Prozent) ist.

Bekleidung - das zeigte die Umfrage - muss für die allermeisten Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem passen und bequem sein. Außerdem sind ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und Qualität wichtig. "Wer diese Kriterien in seiner Kollektionspolitik unterschätzt, vernachlässigt die wichtigsten Auswahlkriterien nahezu aller Konsumenten", fasste der Markenforscher Christian Duncker das Ergebnis der Umfrage zusammen. Modische Trends und Exklusivität spielen dagegen für die Mehrheit der Konsumenten eine untergeordnete Rolle.

"Grundsätzlich dominieren in den deutschen Kleiderschränken praktische, bequeme und zeitlose Stile", heißt es. Die unter Fashionistas am stärksten diskutierten sehr modischen oder ausgefallenen Modelle seien dagegen nur wenig verbreitet.

Verbraucherinnen und Verbraucher bevorzugen demnach Marken aus dem Preiseinstiegssegment sowie dem mittleren Preissegment. Nicht einmal jeder zehnte Mensch in Deutschland trägt der Umfrage zufolge überwiegend Premiummarken, und nur ein Prozent hat im Kleiderschrank überwiegend Luxusmarken hängen.

Auffällig: Preiseinstiegsmarken sind in den Kleiderschränken der Frauen deutlich häufiger zu finden als bei Männern. Die Herren der Schöpfung erwiesen sich bei der Umfrage als deutlich markenorientierter als Frauen. Doppelt so oft wie bei den Frauen finden sich Premiummarken in ihren Schränken.

Trotz Corona sind der Umfrage zufolge die Filialen von Ketten nach wie vor die am häufigsten genutzten Anlaufpunkte bei der Suche nach neuen Outfits, gefolgt vom Modefachhandel vor Ort. Doch haben die Online-Anbieter in der Pandemie weiter zu den "klassischen" Modehändlern aufgeschlossen. Kein Wunder, glänzte der Onlinehandel mit Textilien nach Angaben des Branchenverbandes bevh doch auch im dritten Quartal dieses Jahres mit zweistelligen Wachstumsraten.

In der Pandemie legten aber nicht nur Internetanbieter zu. "In den vergangenen zwei Jahren gab es bei den Handelsformen zwei Gewinner: den Online-Handel und den Second-Hand-Handel", heißt es in der Studie. Noch kaufe zwar nur etwa ein Fünftel der Verbraucherinnen und Verbraucher gebrauchte Kleidung. Doch weise der Trend deutlich nach oben.

Immerhin experimentieren inzwischen sogar etablierte Modehändler mit dem Verkauf von Secondhand-Kleidung. Die Studie "Fashion 2030 - Sehen, was morgen Mode ist" der Unternehmensberatung KPMG und des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI hält es für möglich, das Secondhand-Kleidung in den kommenden zehn Jahren einen Marktanteil von 20 Prozent erreicht. Schließlich ist die Weiternutzung von Textilien besonders nachhaltig.

Das Thema Nachhaltigkeit nimmt der Umfrage zufolge bei der Kaufentscheidung der Bekleidungskäufer allerdings nur einen Platz im Mittelfeld ein. Es ist für die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher längst nicht so wichtig wie Passform oder Bequemlichkeit, aber doch deutlich wichtiger, als Ware mit dem neuesten Design zu bekommen. Auffällig: Frauen bezeichneten die Nachhaltigkeit der Produkte und ihrer Herstellung weit häufiger als wichtig als Männer.

Nach Einschätzung des Studienleiters Duncker sind solche Äußerungen allerdings mit Vorsicht zu genießen. "Schaut man sich das tatsächliche Verhalten beider Geschlechter an, so kaufen Frauen faktisch deutlich häufiger neue Kleidungsstücke und zudem auch deutlich häufiger bei Fast Fashion Anbietern", betonte er. Männer kaufen ihre Kleidung nach seinen Worten dagegen seltener, dafür aber hochpreisiger und für den längerfristigen Gebrauch. Es stelle sich die Frage, ob Männer damit nicht doch die faktisch nachhaltigeren Konsumenten seien, heißt es in der Studie.

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