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ROUNDUP: Streit ums Geld beim Deutschlandticket - 49 Euro für viele die Grenze

BERLIN (dpa-AFX) -Wird das Deutschlandticket teurer oder steht es gar vor dem Aus? Der Streit zwischen Bund und Ländern um die langfristige Finanzierung des aktuell 49 Euro teuren Tickets spitzt sich weiter zu. "Eine Beendigung dieses Erfolgsprojekts wäre schlicht nicht vermittelbar und würde viel Vertrauen kosten. Bund und Länder sind deshalb gemeinsam gefragt, um eine Lösung für die zukünftige Finanzierung zu finden, jeder muss seinen Beitrag leisten", sagte die Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. An diesem Montag stehen dazu Verhandlungen zwischen Bundeskanzler Olaf Scholz und den Regierungschefs der Länder an.

Seit einem halben Jahr gibt es das Deutschlandticket. Abonnentinnen und Abonnenten können damit bundesweit Busse und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs nutzen, ohne sich Gedanken über unterschiedliche Tarife oder Verbünde machen zu müssen. Das Abo kostet seit Einführung 49 Euro pro Monat. Bund und Länder streiten über die Finanzierung des Angebots vom kommenden Jahr an. Kern der Diskussion ist die Frage, wer mögliche Mehrkosten trägt, die den Verkehrsunternehmen aufgrund der niedrigeren Einkünfte durch das vergünstigte Angebot entstehen.

Eine Lücke von 400 Millionen Euro

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil schlug eine pragmatische Lösung vor: "Für 2024 müssten wir eine Einigung hinbekommen. Hier würde es reichen, die übrig gebliebenen Gelder in das nächste Jahr hinein zu transferieren", sagte der SPD-Politiker der dpa in Hannover. Für die Jahre ab 2025 erwartet Weil das Signal, dass sich Bund und Länder die Mehrkosten beim Deutschlandticket auch künftig je zur Hälfte teilen.

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Der Bund stelle bis 2025 wie vereinbart zusätzliches Geld bereit, sagte die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende, Carina Konrad, der dpa. Den Bundesländern warf sie vor, Reformvorschläge für die Struktur der Verkehrsverbünde zu ignorieren und "jetzt die Pendler dafür in Geiselhaft" zu nehmen.

Einer Prognose des Verbands der Verkehrsunternehmen zufolge dürften die Verluste für die Branche in diesem Jahr wegen der Einführung des Tickets erst im Mai bei 2,3 Milliarden Euro liegen, für das ganze Jahr 2024 bei 4,1 Milliarden Euro. Bei insgesamt sechs Milliarden Euro öffentlicher Zuschüsse für 2023 und 2024 ergäbe sich demnach unter dem Strich eine Finanzierungslücke von 400 Millionen Euro.

49 Euro für viele die Schmerzgrenze

Weil das Geld knapp ist, ist nicht ausgeschlossen, dass das Ticket für Nutzer teurer wird. Allerdings sind viele gar nicht bereit, mehr zu zahlen, wie eine Umfrage des Yougov-Instituts im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigt. Demnach ist für mehr als ein Drittel der Deutschlandticket-Inhaber und -Interessenten (37 Prozent) der derzeitige Preis von 49 Euro pro Monat die Schmerzgrenze. Sie würden das Abonnement für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kündigen beziehungsweise nicht weiter in Erwägung ziehen, sollte es eines Tages teurer werden.

23 Prozent würden bei einer Erhöhung um zehn auf 59 Euro noch mitgehen, ab dann aber ebenfalls aussteigen. Immerhin fast jeder dritte Abonnent oder Interessent würde auch ein noch teureres Ticket behalten oder kaufen. Sechs Prozent der Befragten wären sogar bereit, bis zu 89 Euro pro Monat zu zahlen.

Langfristige Lösung gefordert

"Es wäre der völlig falsche Ansatz, das Ticket nun teurer zu machen - im Gegenteil, wir brauchen auch ein vergünstigtes Deutschlandticket für Personengruppen, die sich Mobilität sonst nicht leisten können. Dann werden die Verkaufszahlen auch weiter steigen", sagte die Chefin des Sozialverbands Deutschland, Michaela Engelmeier, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag).

Auch der Interessenverband pro Schiene fordert verbindliche Zusagen: "Bundeskanzler Scholz nannte schon das 9-Euro-Ticket "eine der besten Ideen, die wir hatten". Nun liegt es auch in seiner Verantwortung, dass es zwischen Bund und Ländern zu einer belastbaren Lösung für das Nachfolgeticket kommt", sagte Verbandsgeschäftsführer Dirk Flege der dpa. Sein großes Potenzial für die Verkehrswende entfalte das Ticket jedoch nur mit einer langfristigen Perspektive.