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ROUNDUP: Rüstungsaufträge treiben Hensoldt an - Aktie verliert dennoch

TAUFKIRCHEN (dpa-AFX) -Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine treibt das Geschäft des Rüstungselektronik-Herstellers Hensoldt DE000HAG0005 weiter an. Im ersten Quartal bestellte die Ukraine bei Hensoldt Radare für die Luftabwehrsysteme vom Typ Iris-T. Außerdem gingen Aufträge zur Ausstattung der Puma-Schützenpanzer und der Leopard-2-Kampfpanzer ein, mit denen westliche Länder die Ukraine im Abwehrkampf unterstützen wollen. Für das laufende Jahr rechnet Vorstandschef Thomas Müller weiterhin mit mehr Neuaufträgen als Umsatz, wie das Unternehmen am Dienstag in Taufkirchen mitteilte. Im ersten Quartal zogen allerdings ungünstige Währungskurse und Zinsgeschäfte den Konzern tiefer in die Verlustzone.

An der Börse ging es für Hensoldt nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Morgen abwärts. Nach Handelsbeginn büßte die Hensoldt-Aktie zeitweise rund dreieinhalb Prozent ein. Am späteren Vormittag gehörte sie mit einem Abschlag von noch rund anderthalb Prozent auf 31,10 Euro immer noch zu den größten Verlierern im MDax DE0008467416, in den sie im März aufgestiegen war.

Analyst David Perry von der US-Bank JPMorgan attestierte Hensoldt überraschend gute Geschäftszahlen zum Jahresstart. Allerdings sei die Aktie im Vergleich zu den Papieren europäischer Konkurrenten immer noch relativ hoch bewertet. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine hatte das Papier seinen Wert zeitweise mehr als verdreifacht und erst vor wenigen Wochen bei 37,54 Euro ein Rekordhoch erreicht. Seither war es bereits wieder ein gutes Stück abwärts gegangen.

Dabei stehen die Zeichen bei Hensoldt ganz auf Geschäftswachstum. Zwar holte das Unternehmen im ersten Quartal mit 347 Millionen Euro nur rund halb so viele Aufträge herein wie ein Jahr zuvor. Da hatten allerdings ein Servicevertrag für den Kampfjet Eurofighter und Aufträge für die Ausstattung der Mehrzweckfregatte 126 den Bestelleingang nach oben getrieben.

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Für 2023 erwartet Hensoldt-Chef Müller erste Aufträge aus dem Sondertopf für die deutsche Bundeswehr, den das Parlament nach der verschärften Sicherheitslage infolge des Kriegs in der Ukraine eingerichtet hatte. Auch dadurch soll Hensoldts Auftragseingang den Umsatz in diesem Jahr nach den Erwartungen des Vorstands um 10 bis 20 Prozent übertreffen. In den ersten drei Monaten gelang dies dem Unternehmen nicht ganz - was auch an einem starken Umsatzwachstum lag.

So wuchs der Erlös im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 18 Prozent auf 338 Millionen Euro. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sprang um mehr als 80 Prozent auf 30 Millionen Euro nach oben. Unter dem Strich schlugen allerdings ungünstige Währungskurse und Zinssicherungsgeschäfte negativ zu Buche. Der Nettoverlust wuchs dadurch um mehr als ein Fünftel auf 20 Millionen Euro.

Im Gesamtjahr soll Hensoldts Umsatz den Vorjahreswert von 1,7 Milliarden Euro weiterhin um 7 bis 10 Prozent übertreffen. Auch der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) soll moderat zulegen, nachdem er im vergangenen Jahr 292 Millionen Euro erreicht hatte.