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ROUNDUP: Netzagentur mahnt Fortschritte beim Energiesparen an

BONN (dpa-AFX) - Die Bundesnetzagentur hat die Verbraucher zu mehr Anstrengungen beim Energiesparen aufgefordert, damit Deutschland auch bei einer Gasknappheit durch den Winter kommt. Im bisherigen Jahresverlauf liege der Gasverbrauch 14 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum, sagte Behördenpräsident Klaus Müller der Deutschen Presse-Agentur. "Ich muss aber in Richtung 20 Prozent kommen. Es muss noch eine Schippe draufgepackt werden."

Er wies darauf hin, dass der größte Teil der Einsparungen am relativ milden Wetter gelegen habe. Vor allem dadurch liefen die Heizungen nicht so stark wie im Vorjahr. Wäre das Wetter wie 2021 gewesen, wären es 5 Prozent gewesen.

Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte ein Energiesparpaket vorgestellt, das die Haushalte stärker in die Pflicht nimmt und verbindliche "Heizungschecks" vorschreibt. Zudem soll Verbrauch in öffentlichen Gebäuden und Firmen sinken.

Mit dem Paket schaffe man wichtige Grundlagen, um auch durch Einsparungen eine Notfallstufe zu vermeiden, sagte Müller. "Dazu müssen wir die Gasspeicher stärker befüllen, den Erdgasverbrauch senken und weitere Erdgaslieferungen aus anderen Ländern organisieren." Die Notfallstufe ist die dritte und letzte Stufe des Notfallplans Gas. Dann könnten Industriefirmen nicht mehr so viel Gas kaufen, wie sie wollten, sondern sie wären auf Zuteilungen der Netzagentur angewiesen.

Wie Deutschland durch den Winter kommt, hängt auch davon ab, wie viel Gas Russland liefert. Nach einer Routinewartung der Ostseepipeline Nord Stream 1 fließt seit Donnerstag wieder Gas - allerdings nur 40 Prozent der normalen Menge. Die russische Führung begründet das mit einer fehlenden Turbine, die in Kanada gewartet wurde und über Deutschland wieder nach Russland zurückgebracht werden soll.

Habeck hat die Turbine als vorgeschobenes Argument bezeichnet. Der Staatskonzern Gazprom <US3682872078> habe genügend Turbinen. Vielmehr wirft die Bundesregierung dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, Gas als Druckmittel einzusetzen. Putin hat gedroht, die Lieferungen von 40 auf 20 Prozent der Höchstmenge zu senken, wenn die Turbine nicht in der neuen Woche wieder eingebaut ist.

Müller sagte, die Aussagen Putins zeigten die "extreme Unsicherheit", die es gebe. "Auch bei einem Niveau von 40 Prozent müssen wir erhebliche Anstrengungen unternehmen, um gut über den ersten Winter zu kommen." Es gebe keine Entwarnung.

Die Regierung hat einen Speicherfüllstand von mindestens 95 Prozent zum 1. November als Ziel ausgegeben. Das Einspeichern hat sich aber verlangsamt: Nach Zahlen des europäischen Gasinfrastrukturverbandes GIE stieg der Füllstand zuletzt um 0,2 Punkte auf 65,5 Prozent.

Müller betonte, dass es nicht nur um den kommenden Winter gehe, sondern auch um den darauffolgenden. Es nütze "gar nichts, wenn wir die Speicher so weit runterdrücken würden, dass wir zwar in diesem Winter keine Abschaltungen vornehmen mussten, aber wir fast zwangsläufig in eine Mangellage im Winter 23/24 hineinlaufen".

Auch wegen der Preise rief der Behördenchef Verbraucher und Wirtschaft auf, viel einzusparen. Der Gaspreis habe sich im Vergleich zur Vorkriegszeit verdreifacht. "Je stärker es Deutschland gelingt, den privaten und industriellen Gasverbrauch zu reduzieren, desto eher haben wir eine Chance, von diesem wahnsinnigen Preisniveau herunterzukommen", sagte Müller. "Das gelingt uns nur, indem wir die Verbräuche richtig reduzieren - es liegt in unseren Händen, das zu tun." Die Kernbotschaft sei, dass jeder etwas tun könne. "Zumindest in den Möglichkeiten, die ich als Mieterin und Mieter oder als Hausbesitzer habe."

Kanzler Olaf Scholz hatte am Freitag den staatlichen Einstieg beim angeschlagenen Gasimporteur Uniper <DE000UNSE018> bekanntgegeben und ein Umlagesystem auf den Weg gebracht, das ab September oder Oktober greifen soll. Es soll einen Großteil der Zusatzkosten, die durch eingeschränkte Lieferungen aus Russland und damit steigende Preise entstanden sind, ausgleichen. Bezahlen sollen die Umlage alle Gaskunden. Sie kommt zusätzlich zu marktgetriebenen Preiserhöhungen, die jetzt nach und nach fällig werden.

Die Wirtschaft signalisierte unterdessen ihre Bereitschaft für weitere Sparmaßnahmen, fordert aber die Rahmenbedingungen dafür. Verordnungen und Regeln zum Arbeitsschutz müssten umgehend angepasst werden, sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, der dpa. Das betreffe besonders Fragen zu Raumtemperaturen im Winter und im Sommer. "Hier lässt sich viel Energie einsparen - was natürlich nicht heißt, dass unsere Beschäftigten bald im Kalten arbeiten."

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