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ROUNDUP: Mehr Umsatz und viel mehr Gewinn bei der Waffenfirma Heckler & Koch

OBERNDORF (dpa-AFX) - Der Rüstungskonzern Heckler & Koch vermeldet brummende Geschäfte. Der Umsatz sei im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22,2 Prozent auf 77,5 Millionen Euro gewachsen, teilte das Unternehmen am Freitag in Oberndorf (Baden-Württemberg) mit. Der Nettogewinn wurde von 3,3 auf 8,1 Millionen Euro mehr als verdoppelt. "Soweit wir zurückblicken können, war es das beste Jahresauftakt-Quartal der Firmengeschichte", sagte Finanzvorstand Björn Krönert. Als Gründe für die positiven Zahlen nannte er eine generell hohe Nachfrage nach Waffen und effizientere Arbeitsabläufe.

H&K stellt Sturmgewehre, Maschinengewehre, Granatwerfer und Pistolen her. Die Firma hatte Ende März 1086 Beschäftigte und damit 58 mehr als ein Jahr zuvor. Am Stammwerk in Oberndorf sind es 950 Beschäftigte, der Rest entfällt auf ein Monatagewerk in den USA und Vertriebsgesellschaften im Ausland. Zu den Wettbewerbern gehören C.G. Haenel aus Thüringen, Sig Sauer aus den USA, FN Herstal aus Belgien, Beretta aus Italien und CZG aus Tschechien.

Die Folgen des Ukraine-Krieges fließen noch nicht in die Quartalszahlen ein - es gab also keinen Staat, der als Reaktion auf den russischen Angriff in Oberndorf Waffen kurzfristig bestellt und sie noch im März bekommen hat. Solche Zusatzgeschäfte, über die H&K nicht im Einzelnen spricht, würden sich wegen Produktions- und Lieferzeiten frühestens im Herbst auf den Umsatz auswirken.

Firmenchef Jens Bodo Koch sagte, dass die Nachfrage von Nachbarstaaten Russlands seit der Krim-Annexion 2014 gestiegen sei - diese ohnehin schon hohe Nachfrage werde sich nun wohl noch verstärken. "Staaten an der Ostflanke der Nato stocken ihre Waffenbestände auf oder erneuern sie - es wird in Ausrüstung investiert, um die Verteidigungsfähigkeit sicherzustellen."

Welche Aufträge im Jahresauftakt-Quartal hinzukamen, wollte der Manager aus Verschwiegenheitsgründen nicht sagen. Bekannt ist aber, dass H&K in der Vergangenheit zum Beispiel Sturmgewehre an Norwegen, Litauen und Lettland geliefert hat - das sind Rahmenverträge, bei denen nachbestellt werden kann.

Auch das Geschäft mit Gewehren und Pistolen, die an Privatleute in den USA verkauft werden, entwickelt sich den Angaben zufolge weiterhin robust. Für das Gesamtjahr rechnet Firmenchef Koch mit einem gleich hohen oder etwas höheren Ergebnis wie 2021. "Der Jahresauftakt hatte Sondereffekte drin, daher lassen sich die Zahlen nicht vervierfachen, um auf die Zahlen zum Gesamtjahr zu kommen." So hätten sich einige Auslieferungen von Ende 2021 auf Anfang 2022 verschoben - daher sei in diesem Quartal deutlich mehr Geld in die Kasse gekommen als zunächst erwartet.

Der wichtigste Kunde ist die Bundeswehr. Für einen Großauftrag des Bundes über 120 000 Sturmgewehre, dessen Ausschreibungsverfahren schon 2017 eingeleitet wurde, könnte Heckler & Koch bald den Zuschlag bekommen. Der Konkurrenz C.G. Haenel will dies zwar noch vor Gericht verhindern, hat hierbei aber einen schweren Stand.

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