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ROUNDUP: Maschinen- und Anlagenbauer Gea trotzt Corona-Krise - Aktie legt zu

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der im Umbau steckende Maschinen- und Anlagenbauer Gea hat der Corona-Krise im ersten Quartal getrotzt. Während der Auftragseingang um 16 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro stieg, kletterte das um Kosten für den Umbau bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sogar um rund 41 Prozent auf 105 Millionen Euro, wie das im MDax <DE0008467416> notierte Unternehmen am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Die positive Entwicklung sei vor allem auf die im Januar erneuerte Konzernorganisation sowie auf operative Verbesserungen durch die im letzten Jahr eingeleiteten Sparmaßnahmen zurückzuführen, hieß es weiter.

Am Kapitalmarkt kamen die Nachrichten gut an. Aus Sicht von Analystin Daniela Costa von der US-Investmentbank Goldman Sachs hat der Maschinen- und Anlagenbauer vor allem ergebnisseitig ein starkes erstes Quartal hinter sich. Ein anderer Analyst hob den hohen frei verfügbaren Barmittelzufluss positiv hervor. Am Vormittag schnellte der Gea-Kurs um 9,66 Prozent auf 23,39 Euro nach oben.

Im laufenden Jahr haben die Papiere aber wegen des Corona-Crashs immer noch rund ein Viertel ein Wert eingebüßt. In den zurückliegenden 5 Jahren sieht es noch schlechter aus - auch weil das Unternehmen mit vielen operativen Problemen und einer teils schwachen Entwicklung der Milchwirtschaft als wichtiger Kundengruppe zu kämpfen hatte. Im vergangenen Jahr hatte Gea den Sparkurs verschärft.

Im abgelaufenen ersten Jahresviertel steigerte Gea den Umsatz nun um 3,5 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand zwar dennoch ein gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 1,2 Prozent rückläufiger Überschuss von 29,8 Millionen Euro. Konzernchef Stefan Klebert zeigte sich aber trotzdem zufrieden und sprach von einem guten Start in das Geschäftsjahr.

"Unsere Kunden insbesondere aus der Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie sind auch in der aktuellen Krise gut ausgelastet", verdeutlichte der Manager. Zwar werde auch Gea im weiteren Jahresverlauf negative Auswirkungen durch die Pandemie spüren, doch vor einem dauerhaften Problem stehe der Konzern nicht, befand Klebert.

Obwohl die Dauer und finanziellen Auswirkungen der Pandemie nur schwer abzuschätzen seien, hält der Konzern an seiner Prognose fest. Für das Jahr 2020 geht Gea demnach von einer leicht rückläufigen Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus und peilt für das um Umbaukosten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) 430 bis 480 Millionen Euro an. Das obere Ende liegt auf dem Vorjahresniveau.

Dabei dürfte das Management auch auf die Auftragslage setzen. Zum Anstieg des Auftragseingangs trugen laut den Angaben insbesondere fünf Großaufträge bei, drei davon im Molkereibereich. Das deutliche Plus beim operativen Ergebnis begründete Gea mit klaren operativen Verbesserungen in gleich mehreren Segmenten.

Als neuer Termin für die ursprünglich am 30. April geplante Hauptversammlung wurde nun der 26. November bekanntgegeben. Die Aktionäre sollen nach wie vor eine Dividende in Höhe von 0,85 Euro je Anteilsschein erhalten. Wegen der "operativ guten Aufstellung" hatte Gea den Investoren zum ursprünglich geplanten Dividendentermin am 6. Mai bereits eine Abschlagszahlung in gesetzlich maximal zulässiger Höhe von 0,42 Euro je Aktie gezahlt.

Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf hat sich auf Produktionsanlagen für die Nahrungsmittelindustrie spezialisiert. Zu den Produkten von Gea gehören Gefrieranlagen, Brau- und Melksysteme sowie Verpackungsmaschinen, Pumpen, Ventile und Tablettenpressen. Gea beschäftigte Ende 2019 den Angaben zufolge rund 18 500 Mitarbeiter weltweit.