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ROUNDUP: LEG Immobilien verdient deutlich mehr - Aktie erholt sich

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die jüngsten Wohnungszukäufe und steigende Mieten haben dem Immobilienkonzern LEG <DE000LEG1110> im ersten Quartal 2022 weiter Auftrieb gegeben. "In den ersten drei Monaten haben wir unser Ergebnis erneut deutlich gesteigert", sagte Unternehmenschef Lars von Lackum bei Vorlage der Quartalszahlen am Mittwoch. Mit Blick auf die veränderten Marktbedingungen sei der Immobilienkonzern in der Lage, sich rasch und flexibel auf ein sich änderndes Umfeld anpassen zu können.

Für 2022 zeigte sich der Konzernchef weiterhin zuversichtlich, das operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft (FFO 1) auf 475 Millionen bis 490 Millionen Euro zu steigern. Dabei geht das Unternehmen davon aus, dass die Mieten auf vergleichbarer Fläche um rund drei Prozent zulegen. Im ersten Quartal kletterte der FFO 1 im Jahresvergleich um 16,6 Prozent auf 121,4 Millionen Euro, wie das im MDax <DE0008467416> notierte Unternehmen in Düsseldorf mitteilte. Die Aktie legte am Vormittag drei Prozent auf 97,56 Euro zu und erholte sich damit von den jüngsten Kursverlusten.

Das LEG-Papier war erst zum Wochenbeginn bis auf 91,52 Euro auf den tiefsten Stand seit dem Corona-Crash im März 2020 gefallen. Immobilienaktien stehen seit Sommer vergangenen Jahres wegen der anziehenden Zinsen unter Druck. Zuvor hatten sie jahrelang von dem niedrigen Zinsniveau, das ein wichtiger Grund für die deutliche Aufwertung von Immobilien war und die Finanzierung neuer Projekte billig machte, profitiert. So hatte die seit 2013 notierte LEG-Aktie im August das Rekordhoch von fast 140 Euro erreicht. Seitdem ging es trotz der Erholung nach den Quartalszahlen um rund 30 Prozent nach unten.

Vor allem in den Großstädten steigen die Mieten schon seit Jahren, inzwischen holen aber auch zahlreiche mittelgroße Städte kräftig auf. Die Miete stieg auf vergleichbarer Fläche auf durchschnittlich 6,20 Euro pro Quadratmeter nach 6,04 Euro ein Jahr zuvor, wie der Konzern weiter mitteilte. Ohne die preisgebundenen Wohnungen, die rund ein Fünftel des Immobilienportfolios von LEG ausmachen, legten die Mieten im Schnitt um 3,2 Prozent auf 6,58 Euro zu.

Dazu trugen auch Modernisierungen bei, die es Vermietern ermöglichen, an der Preisschraube zu drehen. So darf ein Teil der Kosten für energetische Maßnahmen wie etwa neue Fenster oder Dämmungen der Fassade auf die Mieter umgelegt werden. LEG steckte im Auftaktquartal 2022 mit rund 98 Millionen Euro rund vier Prozent mehr in Instandhaltung und Modernisierung. Der Leerstand auf vergleichbarer Fläche sank um 0,4 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent. Das Ergebnis unter dem Strich betrug 154,5 Millionen Euro nach 124,4 Millionen Euro im Vorjahr. Das lag etwa an einer höheren Bewertung des Immobilienbestands.

Im vergangenen Jahr hatte LEG knapp 22 000 Wohneinheiten erworben, davon stammt ein großer Teil von dem in schwieriges Fahrwasser geratenen Wettbewerber Adler Group <LU1250154413>. So hatte LEG zum Jahresende von Adler für knapp 1,3 Milliarden Euro ein Wohnportfolio mit rund 15 400 Wohnungen und 185 Gewerbeeinheiten übernommen. Zudem sicherte sich der Konzern den Zugriff auf die Adler-Tochter Brack Capital Properties (BCP) und damit auf weitere rund 12 000 Wohnungen. In einem ersten Schritt erwarb LEG hierfür für 328 Millionen Euro einen Anteil von 31 Prozent an der BCP.

Insgesamt vergrößert sich das Portfolio von LEG auf rund 166 000 Wohnungen in Deutschland. Mit den von Adler direkt übernommenen Wohnungs- und Geschäftseinheiten mit den großen Standorten Wilhelmshaven, Ostfriesland, Wolfsburg, Göttingen und Braunschweig baut der Konzern seine Präsenz in Norddeutschland deutlich aus.

Nach dem starken Wachstum des Vorjahres will sich LEG auf drei Aspekte konzentrieren. Wie geplant, sollen bis zu 5000 Wohnungen veräußert werden. Dazu gehörten auch rund 1300 Einheiten aus dem 2021 angekauften Portfolio der Adler Group. Zum anderen prüft LEG den Angaben zufolge nach wie vor den Erwerb der Mehrheit an der BCP von der Adler Group. Der weitere Umgang mit der Option hänge von den Ergebnissen der genauen Prüfung (Due Diligence) sowie der Situation am Kapitalmarkt ab.

Des Weiteren passt das Unternehmen seine Neubauplanungen an. Angesichts höherer Bau- und Finanzierungskosten und mangelnder Verlässlichkeit der Bundes-Förderprogramme nehme das Unternehmen seine Ambition zurück, die Anzahl fertiggestellter Wohnungen ab 2026 zu verdoppeln, hieß es. Auf Basis der aktuellen Pipeline bleibe es zunächst dabei, für 2023 rund 500 neue Wohnungen zu schaffen.

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