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ROUNDUP: Johnson verteidigt Corona-Politik und kündigt grüne Investitionen an

·Lesedauer: 2 Min.

LONDON (dpa-AFX) - Trotz rapide steigender Infektionszahlen hat der britische Premier Boris Johnson seinen Umgang mit der Corona-Pandemie verteidigt. "Diese Regierung arbeitet Tag und Nacht daran, dieses Virus abzuwehren", sagte Johnson am Dienstag auf dem Online-Parteitag seiner Tory-Partei. Die Einschränkungen des Alltags seien alternativlos. Seine Regierung steht in der Kritik, die Kontrolle über die Pandemie verloren zu haben. Weil mehr als 15 000 positive Corona-Tests in der vergangenen Woche nicht richtig übermittelt wurden, wurden Zehntausende Kontakte nicht benachrichtigt. Die Behörden versuchen derzeit, dieses Versäumnis aufzuholen.

Johnson ließ diese Panne auf dem online abgehaltenen Parteitag unkommentiert, obwohl die Corona-Lage sich täglich zuspitzt: Die Fallzahlen steigen massiv an, besonders der Nordosten Englands hat sich zu einem Hotspot entwickelt. Mit Blick auf die Todesfälle ist Großbritannien bereits jetzt das am schlimmsten von der Corona-Krise betroffene Land in Europa.

Johnson konzentrierte sich in seiner Rede jedoch auf die Zukunft statt auf die Gegenwart: "Ereignisse dieses Ausmaßes sind Auslöser für sozialen und ökonomischen Wandel", sagte er und kündigte weitreichende Investitionen ins Gesundheitssystem und in die Energiewende an. Bis zum Jahr 2030 sollen demnach alle Haushalte in Großbritannien bis mit Strom aus Offshore-Windparks versorgt werden. Die Corona-Pandemie solle als Katalysator für saubere Energie genutzt werden. Dadurch könnten "Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen Stellen" in den nächsten zehn Jahren geschaffen werden. "Was das Öl für Saudi-Arabien ist, ist der Wind für Großbritannien."

In früheren Jahren hatte sich Johnson dagegen sehr kritisch über Windparks geäußert: Sie seien "nicht in der Lage, die Haut von einem Milchreis abzuziehen", sagte er im Jahr 2013 in einem Interview.

Großbritannien war in den vergangenen Monaten auch wegen seiner Klima-Politik in die Kritik geraten, weil die Regierung noch keinen detaillierten Plan vorgelegt hatte, wie sie ihre Klimaziele bis 2050 erreichen will. Gemeinsam mit den Vereinten Nationen hat Großbritannien zu einem Online-Klimatreffen im Dezember eingeladen. Dieses soll den Weg für die große UN-Klimakonferenz COP26 im schottischen Glasgow bereiten, die wegen der Corona-Krise auf November 2021 verschoben wurde.

Dass die Verhandlungen mit der EU über einen Handelspakt für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase noch immer stocken, hielt Johnson nicht davon ab, seinem Lande eine glorreiche Zukunft zu versprechen: Man möge sich vorstellen, im Jahr 2030 mit einem klimafreundlichen, britischen Flugzeug in ein sicheres, florierendes und bestens vernetztes Großbritannien zu reisen, dessen Haushalte mit Windenergie betrieben würden und das vereinter sei denn je.