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ROUNDUP/Immobilienbranche weiter unter Druck: Patrizia will Kosten senken

AUGSBURG (dpa-AFX) -Die getrübte Stimmung in der Immobilienbranche lastet auf dem Immobilienkonzern Patrizia DE000PAT1AG3. Das Management habe eine umfassende Überprüfung der Kostenbasis eingeleitet, teilte das im SDax notierte Unternehmen überraschend am Montagabend in Augsburg mit. Zudem legte der Immobilienkonzern Zahlen. Demnach sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf Basis vorläufiger Resultate in den ersten neun Monaten im Jahresvergleich um mehr als ein Drittel auf 50,2 Millionen Euro. Das entspricht zwar bereits dem unteren Ende der vom Management avisierten Spanne für das Gesamtjahr - aber viel mehr wird es den Angaben zufolge nicht mehr werden.

Zudem will der Vorstand die Dividendenpolitik neu ausrichten. Die unsichere Stimmung in der Branche werde auch in nächster Zeit das Geschäft belasten. Die Aktie rutschte im frühen Dienstaghandel erst einmal auf bis zu 7,63 Euro ab, konnte die Kursverluste dann aber eindämmen. Zuletzt fiel das Papier um 0,12 Prozent auf 7,99 Euro. Seit dem Jahreswechsel summieren sich damit die Kursverluste auf mehr als ein Fünftel.

2023 erwartet der Patrizia-Vorstand nun einen operativen Gewinn am unteren Ende der prognostizierten Bandbreite von 50 bis 70 Millionen Euro. Grund dafür sind auch Einmalkosten, die im Zuge der Kostenprüfung anfallen. Sie sollen sich auf 10 bis 20 Millionen Euro belaufen und im laufenden Schlussquartal auflaufen. Ab kommenden Jahr sollen die Kosten sich auf dem Niveau des Jahres 2021 bewegen, als die Inflation noch geringer und zudem bei Patrizia durch Übernahmen entstandene Kosten noch nicht angefallen waren.

Das Patrizia-Management erwartet laut Mitteilung, dass die unsichere Marktphase anhält und deshalb auch weiterhin Druck auf die Bewertung von Immobilien ausüben wird. Zudem werde es schwieriger, leistungsabhängige Gebühren im kommenden Jahr zu erzielen. Der Vorstand will die Dividenden auch deshalb künftig an der Profitabilität ausrichten, anstatt wie bislang an den verwalteten Vermögenswerten. Im Februar sollen den Investoren dazu Details sowie ein Dividendenvorschlag vorgelegt werden.

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"Das Marktumfeld bleibt herausfordernd, wahrscheinlich für einen längeren Zeitraum als von vielen erwartet", sagte Konzernchef Asoka Wöhrmann laut Mitteilung. "Wir müssen Patrizia für den anhaltenden Druck auf Kunden- und Geschäftsaktivitäten im Jahr 2024 wetterfest machen." Ziel sei es, dass wiederkehrende Verwaltungsgebühren die operativen Kosten mehr als ausglichen.

Angesicht der unsicheren Marktlage, der hohen Inflation und den steigenden Finanzierungskosten sei das dritte Quartal solide gewesen, hieß es aus Augsburg. Laut Finanzchef Christoph Glaser wurde die Leistung aber auch "durch sonstige betriebliche Erträge unterstützt". Diese werde der Konzern im vierten Quartal und im nächsten Jahr nicht haben.

In den ersten neun Monaten verringerten sich die verwalteten Vermögenswerte von Patrizia im Vergleich zu Ende 2022 um 1,7 Prozent auf 58,2 Milliarden Euro. Dabei standen einer geringeren Bewertung des Portfolios neu erworbene Projekte gegenüber. Sie konnten die Abwertung aber nur teilweise ausgleichen.

Die wiederkehrenden Verwaltungsgebühren stiegen weiter, bis Ende September um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf fast 188 Millionen Euro. Die unter anderem durch Transaktionen erzielten Gebühreneinnahmen sanken hingegen, sodass die gesamten Gebühreneinnahmen um rund acht Prozent auf gut 228 Millionen Euro zurückgingen.