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ROUNDUP: HWWI soll Forschungsinstitut werden - Kooperation mit Bundeswehruni

HAMBURG (dpa-AFX) - Aus der Topliga der Wirtschaftsforschungsinstitute ist Hamburg schon vor vielen Jahren abgestiegen. Nun soll das dortige HWWI bei den öffentlich viel beachteten Forschungsinstituten zumindest wieder mitspielen - mit Hilfe der ebenfalls in der Hansestadt angesiedelten Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr (HSU). "Die HSU stellt dem HWWI unter anderem zusätzlich sechs wissenschaftliche Mitarbeitende und zwei Professorenstellen zur Verfügung", teilte die Handelskammer Hamburg als Gesellschafter des HWWI am Freitag mit. Der HSU-Professor Michael Berlemann wird zudem neuer Direktor des Instituts, das seit dem Weggang von Henning Vöpel im Oktober ohne wissenschaftliche Leitung war.

Ein wichtiger Schwerpunkt der künftigen HWWI-Forschung soll das Themenfeld Konjunktur und Wachstum speziell in Hamburg und im gesamten norddeutschen Raum werden, wie Berlemann ankündigte. Das HWWI ist neben dem Hauptsitz in Hamburg auch mit einer Niederlassung in Bremen präsent. Wirtschaft und Politik im Norden verspricht das Institut konkreten Nutzen: Als "Trendscout" solle das HWWI künftig dazu beitragen, wichtige Entwicklungen und Trends "frühzeitig zu erkennen und zu analysieren und die Erkenntnisse für die wirtschaftliche Entwicklung Hamburgs und Norddeutschlands nutzbar zu machen".

Das HWWI (Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut) hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich. 1908 als Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) gegründet, gehörte es später zur Topliga der Wirtschaftsforschungsinstitute in der Bundesrepublik. Es stand auf der sogenannten Blauen Liste der international bedeutenden Forschungsstätten, genoss öffentliche Förderung - und war im Auftrag der Bundesregierung auch am jährlichen Gemeinschaftsgutachten zur Konjunktur beteiligt. Prominente Ökonomen wie Heinz-Dietrich Ortlieb, Armin Gutowski und Erhard Kantzenbach standen an seiner Spitze. Auch der in der Öffentlichkeit omnipräsente Hans-Werner Sinn sollte einmal HWWA-Chef werden, lehnte aber ab und ging 1999 zum Münchner Ifo-Institut. Statt seiner übernahm Thomas Straubhaar die Leitung des Hamburger Institutes.

Als die öffentliche Förderung für den Forschungsbereich des HWWA 2005 auslief, gelang es Straubhaar, mit Unterstützung verschiedener Hamburger Institutionen das HWWI als Nachfolgeinstitut zu etablieren. Damit wurde zwar ein wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut am Standort Hamburg erhalten. 2016 stieg allerdings die Universität Hamburg aus und hinterließ die Handelskammer als alleinige HWWI-Gesellschafterin.

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Viele Veröffentlichungen seien nicht mehr mit eigener Forschung unterlegt gewesen, bilanzierte Berlemann: "Ich freue mich auf die intensive Zusammenarbeit im HWWI und die Aufgabe, das Institut von einem Think-Tank wieder zu einem Wirtschaftsforschungsinstitut zu entwickeln." Doktoranden sollen künftig wieder am HWWI promovieren können.

Neben der Konjunkturforschung, dem Kernthema jedes ökonomischen Forschungsinstitutes, will Berlemann auf drei weiteren Feldern "Probleme lösen, die wir in der Realität wirklich haben": Zum einen soll es um ökonomische Folgen des Klimawandels gehen. Zum anderen nannte er Migration und Integration. Schließlich gehe es im Themenfeld Räumliche Ökonomik um Ansiedlungsentscheidungen von Unternehmen.

Den ursprünglichen Auftrag des HWWA, für die Wirtschaft und die Öffentlichkeit Informationen über die wirtschaftliche und soziale Entwicklung vor allem in Übersee bereitzustellen, nannte Handelskammer-Geschäftsführer Malte Heyne "aktueller und wichtiger denn je". Die Corona-Krise und der Krieg in der Ukraine zeigten, dass Themen wie Globalisierung und Lieferketten "neu analysiert und gedacht werden" müssten.