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ROUNDUP: Hunger in Brasilien nimmt weiter dramatisch zu

RIO DE JANEIRO (dpa-AFX) - Verstärkt durch mehr als zwei Jahre Corona-Pandemie hat sich die Ernährungskrise in Brasilien erneut zugespitzt. 125,2 Millionen Brasilianer haben keinen ausreichenden und dauerhaften Zugang zu Nahrungsmitteln, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Brasilianischen Forschungsnetzwerks für Ernährungssicherheit (Rede PENSSAN) hervorgeht. Erhoben wurden die Daten zwischen November 2021 und April 2022. Demnach litten 33,1 Millionen Menschen Hunger. Ein Jahr zuvor waren lediglich 19 Millionen Brasilianer von Hunger betroffen gewesen.

Der Wirtschaftswissenschaftler Francisco Menezes führte den Anstieg in einer Mitteilung der Hilfsorganisation Action Aid, die die Studie unterstützt, auf drei Gründe zurück: Die Verarmung der Bevölkerung in Kombination mit der Inflation, den Abbau staatlicher Hilfen und die Schwächung der bäuerlichen Familienbetriebe.

Brasilien ist immer wieder von Hunger heimgesucht worden. Der frühere Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva (2003-2011) hatte den Kampf dagegen zu einer Priorität erklärt. Hohe Rohstoffpreise und neu entdeckte Ölvorkommen halfen ihm, Sozialprogramme wie "Fome Zero" (Null Hunger) zu finanzieren. Der seit 2019 regierende Präsident Jair Bolsonaro dagegen setzte in einer seiner ersten Amtshandlungen den Nationalen Rat für Ernährungssicherheit aus.

Nichtregierungsorganisationen wie die Açao da Cidadania sahen den Hunger bereits seit 2017 allmählich wieder zunehmen. Wirtschaftskrise und Einschnitte in den Sozialprogrammen ließen viele Menschen zurückfallen und Hunger leiden. Die Corona-Pandemie verstärkte die Entwicklung: Die Wirtschaft stürzte ab, das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte, ein Teil der Jobs fiel weg. Vor der Essensausgabestellen etwa in Rio de Janeiro bildeten sich lange Schlangen.

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