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ROUNDUP: Hugo Boss schraubt Prognosen nach starkem zweiten Quartal hoch

METZINGEN (dpa-AFX) - Der Modekonzern Hugo Boss <DE000A1PHFF7> traut sich nach einem überraschend guten Geschäftsverlauf im zweiten Quartal für 2022 mehr zu. Vor dem Hintergrund der starken Umsatz- und Ergebnisentwicklung hob das Management um Firmenchef Daniel Grieder den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr an. Im zweiten Quartal konnte der MDax-Konzern das operative Ergebnis (Ebit) mehr als verdoppeln. An der Börse kamen die Nachrichten bei den Anlegern gut an.

Der Aktienkurs von Hugo Boss sprang am Donnerstagmorgen mit 56,66 Euro auf das höchste Niveau seit Februar und notiert zuletzt noch um fast vier Prozent höher. Entgegen dem allgemein schwachen Trend an den Börsen steht das Papier seit dem Jahreswechsel inzwischen leicht im Plus.

Laut einer Mitteilung vom Vorabend erwartet Hugo Boss beim Umsatz im Gesamtjahr nun ein Rekordniveau von 3,3 bis 3,5 Milliarden Euro; verglichen mit dem Vorjahr wäre das ein Plus von bis zu einem Viertel. Zuvor wurde ein Anstieg von 10 bis 15 Prozent prognostiziert. Für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) hält der Konzern gar einen Anstieg zwischen 25 und 35 Prozent auf 285 bis 310 Millionen Euro für möglich. Zuvor wurde hier ein Plus von 10 bis 25 Prozent erwartet.

Analyst Michael Kuhn von der Deutschen Bank sprach von einem weiteren Quartal mit positiven Überraschungen. Er warf dabei die Frage auf, ob die neue Prognose noch zu konservativ sei. Laut dem Experten würde selbst das obere Ende der neuen Ziele einen Rückgang von acht Prozent im zweiten Halbjahr beim operativen Gewinn bedeuten.

Laut Kuhn liegen die Markterwartungen bereits jetzt im Rahmen der neuen Prognose mit 3,275 Milliarden Euro erwartetem Umsatz und 290 Millionen Euro prognostiziertem operativem Gewinn, weil viele andere Branchenexperten die bisherigen Ziele bereits für konservativ gehalten hätten. Es würde den Analysten daher nicht überraschen, wenn sich der Konsens an das obere Ende der neuen Spanne oder sogar höher bewege - was ein Aufwärtsrisiko von mindestens sieben Prozent für den operativen Gewinn bedeuten würde, schrieb Kuhn.

Seine Kollegin Manjari Dhar von der kanadischen Bank RBC lobte hingegen die Ergebnisse: Der Modekonzern habe einmal mehr die Markterwartungen übertroffen, merkte sie an. Insbesondere der operative Gewinn habe positiv überrascht.

Im zweiten Quartal erreichte der operative Gewinn (Ebit) vorläufigen Berechnungen zufolge 100 Millionen Euro nach 42 Millionen Euro im Vorjahr. Das geht laut Hugo Boss in erster Linie auf das Umsatzwachstum zurück. Zudem konnte der Konzern mehr Kleidung zum vollen Preis verkaufen, wodurch sich die Bruttomarge verbesserte. Der Erlös stieg zwar nicht ganz so stark wie das Ergebnis, mit einem Zuwachs von 40 Prozent auf 878 Millionen Euro erzielte der Konzern aber den eigenen Angaben zufolge den höchsten Umsatz, den Hugo Boss jemals in einem zweiten Quartal erwirtschaftet habe.

Firmenlenker Grieder, der den mit Problemen kämpfenden Modekonzern seit seinem Amtsantritt vor rund zwei Jahren zügig umgebaut hat, zeigte sich in seiner Strategie bestätigt: "Die deutliche Beschleunigung unserer Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal belegt eindrucksvoll die erfolgreiche Umsetzung unserer 'CLAIM 5'-Strategie, nur ein Jahr nach ihrer Einführung", sagt er. Die Erneuerung des Markenauftritts komme bei den Kunden weltweit sehr gut an und werde auch weiterhin für eine starke Markendynamik sorgen.

Hugo Boss will die vollständigen Ergebnisse des zweiten Quartals 2022 am 3. August vorlegen.

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