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ROUNDUP: Hellofresh trotzt Konkurrenz und schließt Quartal besser ab als gedacht

BERLIN (dpa-AFX) - Trotz des Gegenwindes durch wiedereröffnete Restaurants und Ausgehmöglichkeiten bleibt die Nachfrage nach Hellofresh-Produkten <DE000A161408> ungebrochen. Beim Erlös des ersten Quartals schaffte das Dax-Unternehmen <DE0008469008> gar einen Rekordwert. Und auch wenn das operative Ergebnis rückläufig war, entwickelten sich beide Kennziffern des Kochboxenversenders deutlich besser als von Analysten erwartet. Auf die zuletzt stark unter Druck stehende Aktie wirkten sich die Zahlen positiv aus. Nachdem das Papier am Mittwoch im späten Handel nach der Veröffentlichung der Eckdaten fast zwölf Prozent zugelegt hatte, ging es am Donnerstag vorbörslich weiter nach oben.

So stieg der Umsatz der ersten drei Monate des laufenden Jahres gegenüber dem Vergleichszeitraum währungsbereinigt um rund ein Viertel auf 1,9 Milliarden Euro, wie der Konzern am späten Mittwochnachmittag in Berlin mitteilte. Den Großteil erlöste das Unternehmen weiter in den USA. Hellofresh profitierte von weiter steigenden Nutzer- und Bestellzahlen. So orderten zwischen Januar und März 8,52 Millionen Menschen mindestens ein Produkt. Insgesamt verzeichnete der für seine bunte Werbung bekannte Versender fast 34,6 Millionen Bestellungen und auch einen höheren durchschnittlichen Bestellwert, vor allem in den USA.

Konzernchef Dominik Richter setzt voll und ganz auf die Wachstumskarte. So will er seine Produktionskapazitäten deutlich ausbauen und in weitere Länder expandieren. Erst vergangene Woche verkündete Hellofresh seinen offiziellen Start in Japan, nachdem das dortige Team monatelang an Rezepten und Vertrieb getüftelt hatte. Richter rechnet in diesem Jahr mit einem einstelligen Millionenumsatz in dem Land. Erst im vierten oder fünften Jahr dürfte der ostasiatische Markt dann auch profitabel sein. "In diesem Jahr werden wir in ein bis zwei neue Märkte expandieren", kündigte er in einer Telefonkonferenz mit Journalisten an.

Und auch für die Gewinnung neuer Kunden nimmt der Vorstand mittlerweile wieder mehr Geld in die Hand. Im vergangenen Jahr hatte Hellofresh das nicht nötig, als Kunden infolge von Corona-Lockdowns und Restaurantschließungen von alleine mehr bestellten und das Unternehmen am Limit Kochboxen produzierte.

All diese Ausgaben machten sich bei der Profitabilität bemerkbar. So ging das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) um fast 38 Prozent auf 99,3 Millionen Euro zurück. Die entsprechende Marge war mit 5,2 Prozent weniger als halb so hoch wie noch im Jahr zuvor. Unter dem Strich verdiente Hellofresh 27 Millionen Euro nach 101,6 Millionen Euro im Vorjahr.

Um den Inflationssorgen entgegenzuwirken hat das Unternehmen bereits die Preisschraube in den USA sowie anderen ausgewählten Märkten nach oben gedreht. Richter betonte, dass die Preissteigerungen allerdings niedriger ausfielen als der marktübliche Durchschnitt. "Wir haben noch genug Geld in der Tasche, sodass wir uns eher auf das Produkt fokussieren und die Preise nicht allzu stark erhöhen wollen", sagte er.

Bei Umsatz und Betriebsergebnis übertraf das Unternehmen allerdings die Analystenschätzungen deutlich. Entsprechend positiv fiel das Echo der Experten aus. Branchenkenner von mehreren Geldhäusern und Instituten lobten die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal. Sebastian Patulea vom Analysehaus Jefferies etwa kommentierte, Hellofresh habe mit dem Zahlenwerk die Ängste von Anlegern vor einem Ergebnisrückgang infolge gelockerter Corona-Maßnahmen als unbegründet zurückgewiesen. Sarah Simon von der Privatbank Berenberg hatte sogar mit einer schlechteren Marge gerechnet.

Der Vorstand bestätigte unterdessen seinen bisherigen Jahresausblick. Damit rechnen die Manager weiter mit einem währungsbereinigten Umsatzplus zwischen 20 und 26 Prozent. Im schlechtesten Szenario entspräche dies nur noch einem Drittel des Wachstums zwischen den Jahren 2020 und 2021 und wäre auch signifikant weniger als vor der Corona-Pandemie.

Als bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) will Richter einen Wert zwischen 500 und 580 Millionen Euro schaffen. Zum Vergleich: Der 2021er-Wert lag bei rund 528 Millionen Euro. Sollte sich die aufkommende Konkurrenz durch wiedereröffnete Restaurants stark bemerkbar machen, dürfte also auch ein Rückgang möglich sein.

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