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ROUNDUP: Hella will als Faurecia-Tochter kräftig wachsen

LIPPSTADT (dpa-AFX) -Der Autozulieferer Hella DE000A13SX22 peilt unter dem Dach des französischen Konzerns Faurecia FR0000121147 ein hohes Wachstum bei steigender Profitabilität an. Der Umsatz soll bis 2025 jährlich um mehr als zehn Prozent auf dann über 9,4 Milliarden Euro steigen, teilte der im MDax notierte Scheinwerferspezialist am Donnerstag anlässlich eines Kapitalmarkttags in Lippstadt mit. Die operative Marge soll dabei auf mehr als acht Prozent klettern. Während das Ziel für den Erlös deutlich über den Erwartungen der von Bloomberg erfassten Analysten liegt, trifft das Margenziel die Analystenschätzungen.

Ein Teil der angepeilten Zuwächse, die höher als der Marktdurchschnitt ausfallen sollen, ist eine Folge der besseren Zusammenarbeit mit dem französischen Konzern, der Hella Anfang des Jahres übernommen hatte und aktuell etwas mehr als 80 Prozent der Anteile hält. Im Geschäftsjahr 2021/22 (31. Mai) hatte Hella 6,3 Milliarden Euro umgesetzt. Die Marge auf Basis des bereinigten Gewinns vor Zinsen und Steuern betrug 4,4 Prozent. Hella stellt wegen der Übernahme durch Faurecia das Geschäftsjahr auf das Kalenderjahr um.

Die im MDax DE0008467416 gelistete Hella-Aktie gab am Donnerstagvormittag trotz der erwarteten Zuwächse knapp drei Prozent auf 78,60 Euro nach - allerdings hatte das Papier in den vergangenen Wochen deutlich an Wert gewonnen. Damit reduzierte die Aktie seine jüngsten Kursgewinne etwas. Zwischen Mitte Oktober und Anfang November war der Kurs um fast ein Viertel auf das Rekordhoch von 80,95 Euro gestiegen. Ein Grund für den rasanten Anstieg in den vergangenen Tagen könnten Spekulationen auf eine mögliche Komplettübernahme durch Faurecia sein.

Der französische Konzern hatte sich im August vergangenen Jahres das 60-prozentige Paket der Familiengesellschaftern Hueck und Röpke für 3,4 Milliarden Euro gesichert. Den übrigen Aktionären boten die Franzosen 60 Euro je Aktie. Im Rahmen der Offerte konnte Faurecia den Anteil auf 80 Prozent erhöhen. Um das deutsche Traditionsunternehmen über einen Zwangsabfindungsverfahren (Squeeze-out) komplett übernehmen zu können, bräuchte Faurecia mehr als 90 Prozent.

Dem im Weg steht derzeit der aktivistische Investor Paul E. Singer, der sich über seinen Hedgefonds Elliot Management direkt und indirekt mehr als zehn Prozent der Anteile gesichert hat. Singer setzt darauf, dass die Franzosen irgendwann komplett die Kontrolle haben wollen und dann mehr auf den Tisch legen, als er bezahlt hat. Mit der Methode hatte er zum Beispiel bei der Komplettübernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone GB00BH4HKS39 oder dem Kranbauer Demag Cranes durch den US-Konzern Terex US8807791038 viel Geld verdient.

Nach dem jüngsten Kursanstieg ist das deutsche Unternehmen Hella an der Börse mit knapp 8,8 Milliarden Euro bewertet. Das 80-prozentige Paket von Faurecia kommt demnach auf einen Wert von rund sieben Milliarden Euro und damit deutlich mehr als die aktuelle Marktkapitalisierung von Faurecia. Diese fiel in den vergangenen zwölf Monaten um rund zwei Drittel auf weniger als drei Milliarden Euro. Am Donnerstag geriet der Kurs unter Druck, weil das französische Unternehmen trotz der neu ausgerufenen ehrgeizigen Hella-Ziele seine Prognose revidieren musste.

Faurecia rechnet bis 2025 mit einem konzernweiten Umsatz von 30 Milliarden Euro und einer operativen Marge von sieben Prozent und damit weniger als zuletzt. Experten hatten gerade bei der Marge mehr auf dem Zettel. Der Umsatz liegt dagegen im Rahmen der Schätzungen seitens der Analysten. Faurecia und Hella haben ihr Geschäft in den Unternehmen Forvia gebündelt, agieren aber weiter als zwei rechtlich unabhängige Unternehmen. Die Produkte wie Ersatzteile sollen aber weiterhin unter den bisherigen Markennamen vertrieben werden.

Der Konzern ist weltweit der siebtgrößte Autozulieferer mit weltweit 300 Fabriken und 150 000 Mitarbeitern. Zu den Konkurrenten gehören etwa die deutschen Unternehmen Bosch und Continental DE0005439004. Hella und Faurecia erwarten den Angaben vom Donnerstag bis 2025 jährliche Umsatzsynergien von rund 300 bis 400 Millionen Euro - vor allem durch gemeinsame Kundenakquisen, einen besseren Zugang zu Märkten sowie eine enge Kooperation im Ersatzteilgeschäft.

Die Einsparungen infolge der Zusammenarbeit werden sich den Angaben zufolge im Jahr 2025 mit insgesamt mehr als 250 Millionen Euro positiv auf den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auswirken. "Etwa die Hälfte dieser erwarteten Umsatz- und Ebit-Effekte wird auf Hella entfallen und spiegelt sich in den Wachstums- und Profitabilitätszielen von Hella wider", hieß es in der Mitteilung.

Hella-Chef Michael Favre, der das Unternehmen seit Juli leitet und vorher Faurecia-Finanzvorstand war, begründete seinen Optimismus für das Wachstum unter anderem mit dem hohen Auftragsbestand. "Rund 80 Prozent unseres für 2025 erwarteten Umsatzes in Lighting und Electronics basieren auf bereits gebuchtem Geschäft." Mit Blick auf die steigenden Preise sagte Finanzvorstand Bernard Schäferbarthold, dass mindestens 80 Prozent der höheren Preise für Material, Energie und Logistik weitergegeben werden sollen.