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ROUNDUP: Hella-Mutter Faurecia schneidet operativ etwas besser ab

NANTERRE (dpa-AFX) -Der französische Autozulieferer Faurecia FR0000121147 hat im vergangenen Jahr den Mangel an Halbleitern und die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs zu spüren bekommen. Zudem belasteten die Lockdowns in China das Geschäft, wie die Hella-Mutter DE000A13SX22 am Montag in Nanterre mitteilte. Während die Erlöse vor allem dank des Zukaufs des deutschen Scheinwerfer-Spezialisten Hella kräftig zulegten, rutschte das Unternehmen nach Steuern aufgrund von Kosten für die Übernahme und Einmalaufwendungen für den Rückzug aus Russland in die Verlustzone. Operativ sah es aber besser aus.

2022 kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um 63 Prozent auf knapp 25,5 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft - also ohne Währungs- und Übernahmeeffekte - stieg der Erlös um 17 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebitda) legte um rund 43 Prozent auf gut drei Milliarden Euro zu. Das war mehr als Analysten erwartet hatten. Unter dem Strich wies Faurecia einen auf die Aktionäre anfallenden Verlust von 382 Millionen Euro aus. Im Vorjahr hatte das Unternehmen ein Minus von fast 79 Millionen Euro ausgewiesen.

Für 2023 peilt die Hella-Mutter einen Umsatz von 25,2 bis 26,2 Milliarden Euro an. Analysten haben etwas mehr erwartet. Die operative Marge soll sich von 4,4 Prozent im Vorjahr auf 5 bis 6 Prozent verbessern.

Das Unternehmen erwarte im laufenden Jahr höhere Kosten aufgrund der Aufwendungen für Löhne und Energie, sagte Unternehmenschef Patrick Koller in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. 2022 hätten vor allem Preiserhöhungen bei Rohstoffen die Inflation angetrieben. Die starke Preissteigerung habe das Unternehmen im vergangenen Jahr eine Milliarde Euro gekostet, davon habe Faurecia etwa 85 Prozent an Kunden weitergegeben.

Für das laufende Jahr rechnet der Faurecia-Chef mit inflationsbedingten Kosten von 400 Millionen Euro. Das Unternehmen will 90 Prozent der zusätzlichen Kosten an die Kunden weiterreichen. Die Inflation könnte ihren Höhepunkt erreicht haben, sagte Koller. Die Preise für einige Rohstoffe würden wieder sinken.

Zum jetzigen Zeitpunkt erwarte das Unternehmen für 2023 ein Automobilvolumen auf dem Niveau des Vorjahres, sagte der Manager. Die Volumen in Europa dürften sich im ersten Halbjahr dank eines "sehr hohen" Auftragsbestands verbessern. Die Nachfrage in den USA habe sich zwar abgeschwächt, aber dank neuer Modelle dürfte die Produktion ihr Niveau von 2022 halten. Chancen sieht Koller in Asien. Chinas Situation habe sich verbessert. Das erste Quartal werde aber aufgrund der Covid-19-Auswirkungen und Neujahrsfeierlichkeiten nicht so gut ausfallen.

Nach der milliardenschweren Übernahme firmieren Hella und die französische Faurecia mittlerweile unter der Dachmarke Forvia, treten aber weiterhin als zwei rechtlich unabhängige Unternehmen auf. Die Franzosen hatten den Zukauf im vor gut einem Jahr abgeschlossen und hielten zuletzt knapp 82 Prozent an dem nordrhein-westfälischen Scheinwerferspezialisten.

An der Börse konnte die Faurecia-Aktie ihre seit Oktober anhaltende Erholung fortsetzen. Der Kurs legte am Vormittag um bis zu sechs Prozent zu. Bis zum Mittag büßte der Kurs einen Teil seiner Gewinne ein; die Aktie gewann noch rund zwei Prozent auf 20,37 Euro. Damit konnte sich der Börsenwert seit Anfang Oktober wieder fast verdoppeln, nachdem es die Jahre davor stetig nach unten gegangen war.

Das aktuelle Kursniveau liegt immer noch 70 Prozent unter dem Rekordkurs aus dem Frühjahr 2018. Das französische Unternehmen kommt derzeit zudem nur auf einen Börsenwert von vier Milliarden Euro und damit auf deutlich weniger als die deutsche Tochter, die auf fast neun Milliarden Euro kommt. Der Kurs der Hella-Aktie liegt derzeit mit fast 80 Euro nur etwas unter dem Rekordhoch von 82,55 Euro von Ende November 2022 und deutlich über dem Preis von 60 Euro, den Faurecia für die Übernahme gezahlt hatte.

Profitiert hatte der Hella-Kurs auch von der Spekulation auf einen höheren Preis in einem möglichen Zwangsabfindungsverfahren (Squeeze-out), innerhalb dessen Faurecia Hella komplett übernehmen könnte. Dafür bräuchte Faurecia allerdings mehr als 90 Prozent der Hella-Aktien. Dem im Weg steht derzeit der aktivistische Investor Paul E. Singer, der sich über seinen Hedgefonds Elliot Management direkt und indirekt rund zehn Prozent der Anteile gesichert hat.

Singer setzt darauf, dass die Franzosen irgendwann komplett die Kontrolle haben wollen und dann mehr auf den Tisch legen, als er bezahlt hat. Mit der Methode hatte er zum Beispiel bei der Komplettübernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone GB00BH4HKS39 oder dem Kranbauer Demag Cranes durch den US-Konzern Terex US8807791038 viel Geld verdient.