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ROUNDUP/Handelsvertrag mit Australien: London macht ersten Deal seit Brexit

·Lesedauer: 2 Min.

LONDON (dpa-AFX) - Erstmals seit dem Brexit hat Großbritannien einen vollständig neu ausgehandelten Handelsvertrag vereinbart. Premierminister Boris Johnson einigte sich mit seinem australischen Kollegen Scott Morrison auf ein Freihandelsabkommen, wie die Regierung in London am Dienstag mitteilte. Demnach würden etwa Hersteller von Autos und Whisky von Zollfreiheit profitieren. Branchen mit etwa 3,5 Millionen Beschäftigten im Vereinigten Königreich erhielten einen Schub.

2020 betrug der britisch-australische Handel 13,9 Milliarden Pfund (16,15 Mrd Euro). Das Vereinigte Königreich ist der fünftgrößte Handelspartner Australiens. Der Vertrag werde für weiteres Wachstum sorgen, betonte die britische Regierung.

"Der heutige Tag stellt einen neuen Aufbruch in den Beziehungen des Vereinigten Königreichs zu Australien dar, der von unserer gemeinsamen Geschichte und unseren gemeinsamen Werten getragen wird", sagte Johnson. Der Vertrag sieht zudem vor, dass junge Briten unter 35 Jahren mehr Freiheiten erhalten, um in Australien zu leben und zu arbeiten.

"Diese Parnerschaft ist für Australien ebenso gundlegend wie für Großbritannien", sagte Morrison. "Unsere Zusammenarbeit in der Verteidigung, in strategischen Fragen, Wissenschaft und Forschung sowie im Umgang mit technologischen Herausforderungen zur Bekämpfung des Klimawandels und unsere wirtschaftlichen Beziehungen werden durch dieses Abkommen gestärkt." Der Vertrag sei nur vergleichbar mit jenem, den Australien mit seinem Nachbarn Neuseeland habe.

Großbritannien hat seit dem Brexit zwar bereits Handelsverträge mit Dutzenden Ländern beschlossen. Allerdings handelte es sich dabei stets um Kopien der bestehenden EU-Verträge mit diesen Staaten.

Der Australien-Deal ist allerdings in Großbritannien umstritten. Bauernverbände fürchten, dass zollfreie Fleischimporte aus Australien die britischen Schaf- und Rinderzüchter treffen könnten. Die Regierung betonte, dass der Deal Obergrenzen für zollfreie Einfuhren in den kommenden 15 Jahren sowie Quotenregelungen und andere Schutzmaßnahmen vorsehe. Bauernverbände forderten das Parlament zu einer genauen Kontrolle des Vertrags auf. Es müsse sichergestellt werden, dass niedrigere Umwelt- und Tierwohlstandards nicht die Ernährungssicherheit untergraben.

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