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ROUNDUP/Großbritannien: Arbeitslosigkeit steigt stärker als erwartet

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LONDON (dpa-AFX) - Die Arbeitslosigkeit in Großbritannien hat im August im Zuge der Corona-Krise stärker als erwartet zugelegt. In den drei Monaten bis August erhöhte sich die Arbeitslosenquote von 4,1 auf 4,5 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 4,3 Prozent gerechnet.

Die Beschäftigung sank in den drei Monaten bis August stärker als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten verringerte sich um 153 000, während Analysten im Mittel nur einen Abbau von 30 000 Stellen erwartet hatten. Im vorhergehenden Zeitraum bis Juli waren nur 12 000 Stellen abgebaut worden.

Die Löhne stiegen bis August ohne Bonuszahlungen um 0,8 Prozent, mit Bonuszahlungen stagnierten sie hingegen. Im August habe sich die Lage laut ONS gebessert, da mehr und mehr Menschen aus dem staatlichen Unterstützungsprogramm in die Vollzeit-Beschäftigung zurückkehrt seien. Das britische Programm zur Abfederung der Folgen der Corona-Krise ähnelt der deutschen Kurzarbeit.

Das Statistikamt zeigt sich zudem für die Zukunft leicht optimistisch: Nach ersten vorläufigen Schätzungen der Experten für September ist die Beschäftigung im Folgemonat nicht weiter zurückgegangen. Auch zeige sich bei den insgesamt geleisteten Arbeitsstunden eine leichte Erholung.

Marktbeobachter schauten etwas weiter in die Zukunft. Chefökonom Samuel Tombs vom Analysehaus Pantheon Macroeconomics erwartet für Ende Oktober eine Entlassungswelle. Dann läuft das aktuelle Unterstützungsprogramm der Regierung aus und wird durch ein neues Programm ersetzt. Tombs zufolge wird dieses Programm - aufgrund höherer Anforderungen an die Arbeitgeber - jedoch wenig dazu beitragen, eine steigende Zahl an Entlassungen zu verhindern.

Wie das ONS im Rahmen der Veröffentlichung zudem mitteilte, musste die Datenerhebung aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie angepasst werden. Betroffen sei vor allem die Zusammensetzung der Haushalte, die für Interviews erreicht werden könne. Aufgrund der Änderungen wurden alle Prognosen zum Arbeitsmarkt seit März revidiert.