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ROUNDUP: Finanzdienstleister Hypoport bekommt Immobilienflaute weiter zu spüren

BERLIN (dpa-AFX) -Die im Zuge gestiegener Zinsen und Wirtschaftsrisiken gesunkene Immobiliennachfrage hat auch im Schlussquartal 2022 beim Finanzdienstleister Hypoport DE0005493365 Spuren hinterlassen. Nach Zuwächsen im ersten Halbjahr hätten die operativen Kennzahlen in den Finanzierungs-Geschäftsmodellen in der zweiten Jahreshälfte einen deutlichen Rückgang gezeigt, teilte das Unternehmen am Montag mit. Hypoport begründete dies mit einer sehr schwachen Nachfrage in der privaten und institutionellen Immobilienfinanzierung nach den Sommermonaten. Dieser Abwärtstrend habe bis Oktober angehalten, seitdem habe sich die operative Geschäftsentwicklung auf historisch niedrigem Niveau stabilisiert.

Die Papiere von Hypoport gehörten im frühen Handel trotz schwach beurteilter Transaktionszahlen zu den besten Werten im SDax DE0009653386. Am Vormittag legten die Aktien um 10,5 Prozent zu, während der Kleinwerte-Index an einem insgesamt ruhigen Börsentag lediglich auf der Stelle trat. Ein Händler vermutet dahinter anhaltende Eindeckungen von Spekulanten, die 2022 lange Zeit auf fallende Kurse gesetzt hätten. Im September war der Kurs auf das niedrigste Niveau seit Ende 2016 gesackt, davon hat er sich nun schon um fast 60 Prozent erholt.

Das Transaktionsvolumen auf Hypoports Kreditplattform Europace fiel im abgelaufenen Jahr um sieben Prozent auf 95 Milliarden Euro, wie der Finanzdienstleister weiter mitteilte. Der mit Abstand größte Bereich davon, die Immobilienfinanzierung, schrumpfte das Transaktionsvolumen um neun Prozent auf 77 Milliarden Euro.

Im vierten Quartal sei bei den Immobilienfinanzierungen ein Volumen von knapp 12 Milliarden Euro über Europace vermittelt worden, hieß es. Das ist deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum und auch weniger als im bereits schwächeren dritten Quartal, als das Transaktionsvolumen auf Europace um fast ein Fünftel auf 20 Milliarden Euro eingebrochen war.

Analysten waren sich einig, dass die Kennziffern schwach sind. Laut Marius Fuhrberg von Warburg ist dies eine weitere Bestätigung dafür, dass am Markt für Immobilienfinanzierungen derzeit "desaströse Bedingungen" herrschen. Er betonte aber, diese Entwicklung sei generell keine Überraschung im aktuellen Umfeld steigender Zinsen. Er rechnet damit, dass sich das Marktumfeld aktuell stabilisiert. Ein positives Zeichen sah er außerdem in Aussagen von Hypoport zu den 2023 angepeilten Kostensenkungen, die anspruchsvoller seien als seine bisherigen Schätzungen.

Für das laufende Jahr zeigte sich Unternehmenschef Ronald Slabke vorsichtig optimistisch. Es sei nach einem stabilen vierten Quartal zwar noch zu früh, um auf eine kurzfristige Erholung zu schließen. Das Unternehmen rechne aber weiter damit, dass der Markt der Immobilienfinanzierung vier bis acht Quartale nach dem Start der Käuferzurückhaltung im Sommer 2022 wieder zu einem normalisierten Niveau zurückfinden werde. Um die Marktschwäche zu kompensieren, habe Hypoport bereits im zweiten Halbjahr 2022 begonnen, das Kostenniveau an die aktuelle Marktsituation anzupassen. Das Unternehmen will im laufenden Jahr, die Kosten um 35 bis 40 Millionen Euro reduzieren.