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ROUNDUP: EZB-Entscheidung über digitalen Euro dauert noch Jahre

·Lesedauer: 3 Min.

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Eine Entscheidung über die mögliche Einführung eines digitalen Euro wird laut Europäischer Zentralbank (EZB) noch Jahre dauern. Die EZB werde ihre Arbeit an dem Vorhaben so zügig wie möglich vorantreiben, sagte EZB-Direktor Fabio Panetta am Mittwoch vor dem Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments. "Wir müssen uns jedoch auch die Zeit nehmen, es richtig zu machen." Panetta präsentierte auch neue Umfrageergebnisse der Notenbank zu der Thematik.

Der EZB-Direktor skizzierte grob den Entscheidungsweg der Notenbank: Zunächst werde der EZB-Rat in den kommenden Monaten entscheiden, ob eine formelle Untersuchungsphase zum digitalen Euro überhaupt eingeleitet werde. In dieser Phase würde es laut Panetta unter anderem um mögliche Gestaltungsoptionen und Nutzeranforderungen gehen. "Wir rechnen damit, dass diese Analyse etwa zwei Jahre dauern wird."

Nach dieser Untersuchung würde der EZB-Rat eine Entscheidung über die Ausgestaltung des digitalen Euro treffen und ob zur Umsetzung der Nutzeranforderungen übergegangen werden soll. "In dieser mehrjährigen Phase würden integrierte Dienste entwickelt und ein digitaler Euro getestet und möglicherweise live erprobt", sagte Panetta. Erst am Ende dieses Prozesses würde der EZB-Rat entscheiden, ob ein digitaler Euro eingeführt werden solle oder nicht.

Die Überlegungen der EZB zum digitalen Euro stellen eine Antwort auf den steilen Aufstieg privatwirtschaftlicher Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether dar. Im Gegensatz zu diesen würde ein Digital-Euro von der EZB herausgegeben und kontrolliert. Über die konkrete Form besteht jedoch noch keine Klarheit.

Panetta hob hervor, dass die EZB - im Gegensatz zu privaten Dienstleistern - kein Interesse daran habe, Zahlungsdaten zu sammeln oder zu Geld zu machen. Daher erlaube es der Digital-Euro den Menschen, zu bezahlen, ohne zugleich Daten mit Dritten zu teilen. Dieser Vorteil der Privatsphäre müsse jedoch mit anderen generellen Erwägungen in Einklang gebracht werden, etwa der Vermeidung illegaler Aktivitäten.

Panetta bekräftigte, dass die Einführung eines digitalen Euro nicht das Ende des Bargelds bedeuten würde. "In jedem Fall würde Bargeld neben einem digitalen Euro verfügbar bleiben." Ein Digital-Euro würde das Bargeld ergänzen, nicht ersetzen, betonte Panetta. Der Italiener tritt damit Befürchtungen einiger Kritiker entgegen, wonach die Notenbank das Bargeld komplett abschaffen könnte, etwa um Zahlungsprozesse lückenlos verfolgen zu können oder das Umschiffen von Negativzinsen durch Bargeldhaltung zu verhindern.

Neue Umfrageergebnisse zum Projekt Digital-Euro zeigen, dass die Bürger im Euroraum besonders großen Wert auf den Schutz ihrer Privatsphäre legen. Der Bereich Privatsphäre und Datenschutz ist für 43 Prozent der rund 8200 Befragten am wichtigsten, wie eine am Mittwoch veröffentliche Umfrage der EZB zeigt. Es folgen der Bereich Sicherheit (18 Prozent), die Möglichkeit zur Zahlungsabwicklung im gesamten Währungsraum (11 Prozent), der Kostenfaktor (9 Prozent) und die Möglichkeit zur Offline-Nutzung unabhängig vom Internet (8 Prozent.)

Trotz aller Wünsche nach Privatsphäre unterstützen die Befragten Anforderungen zur Vermeidung illegaler Aktivitäten, ergab die Umfrage weiter. Wert auf vollständige Anonymität legen hingegen deutlich weniger Befragte. Neue, innovative Dienstleistungen sollten nach ihrer Meinung in bestehende Bank- und Zahlungssysteme integriert werden. Rund ein Viertel der Befragten wollen, dass ein digitaler Euro grenzüberschreitende Zahlungen schneller und billiger macht. Der digitale Euro solle zudem - mit Einschränkungen - auch außerhalb des Euroraums nutzbar sein.

Die Umfrage der EZB wurde von Mitte Oktober bis Mitte Januar durchgeführt. Sie ist Teil der Überlegungen, eine digitale Variante des Euro einzuführen. Fachleute sprechen auch von einer Art digitalen Bargelds.