Deutsche Märkte schließen in 1 Stunde 30 Minute

ROUNDUP/Eurozone: Stimmung im Dienstleistungssektor kühlt sich weiter ab

·Lesedauer: 2 Min.

LONDON (dpa-AFX) - Die Stimmung im Dienstleistungssektor der Eurozone hat sich angesichts steigender Corona-Infektionszahlen weiter eingetrübt. Wie das Forschungsinstitut IHS Markit am Montag in einer zweiten Schätzung mitteilte, fiel der von ihm erhobene entsprechende Einkaufsmanagerindex im September von 50,5 Punkten auf 48,0 Punkte. Der Rückgang fiel zwar etwas geringer als zunächst ermittelt aus, doch liegt der Indikator weiter unter der Schwelle von 50 Punkten, was einen Rückgang der Wirtschaftskraft in dem Sektor signalisiert.

"Da die Wirtschaft in der Eurozone im September nahezu zum Stillstand gekommen ist, sind die Chancen auf einen erneuten Abschwung im vierten Quartal gestiegen", kommentierte Chris Williamson, Chefvolkswirt bei IHS Markit. "Spanien wurde besonders stark getroffen, da steigenden Corona-Infektionszahlen zu einer weiteren Störung im täglichen Leben geführt haben." Doch auch in Frankreich und Irland sei es im Dienstleistungssektor erneut abwärts gegangen, während die Entwicklung in Deutschland nahezu stagniert habe.

Der Dienstleistungssektor war durch die Maßnahmen in der Corona-Krise besonders hart getroffen worden. Zudem verlief die Erholung in den vergangenen Monaten verhaltener als in der Industrie. Zuletzt hat sich die Corona-Krise in einigen Ländern wie Spanien und Frankreich wieder merklich verschärft, was insbesondere den Tourismus belastet.

Trotz steigender Corona-Fallzahlen verschlechterte sich die Stimmung im französischen Dienstleistungssektor gegenüber der Erstschätzung nicht weiter, fiel aber zum Vormonat wie erwartet ab. In Spanien ging es im Gegenzug unerwartet stark abwärts. In Italien - das seine Infektionszahlen bisher gut im Griff hat - verbesserte sich die Stimmungslage leicht, blieb aber unter der Wachstumsschwelle. In Italien und Spanien wird keine Erstschätzung durchgeführt.

Für die Gesamtwirtschaft der Eurozone signalisieren die Einkaufsmanagerindizes wegen eines weiteren Rückgangs nur noch ein kaum vorhandenes wirtschaftliches Wachstum. Der Gesamtindikator fiel von 51,9 auf 50,4 Punkte. Gestützt wird der Gesamtwert jedoch durch die Entwicklung in der Industrie. Hier war laut Zahlen vom letzten Donnerstag der Indikator gestiegen und lag mit 53,7 deutlich im Wachstumsbereich.

^

Region/Index September Prognose Erstschätzung Vormonat

EURORAUM

Gesamt 50,4 50,1 50,1 51,9

Verarb. Gew. 53,7 53,7 53,7 51,7

Dienste 48,0 47,6 47,6 50,5

DEUTSCHLAND

Verarb. Gew. 56,4 56,6 56,6 52,2

Dienste 50,6 49,1 49,1 52,5

FRANKREICH

Verarb. Gew. 51,2 50,9 50,9 49,8

Dienste 47,5 47,5 47,5 51,5

ITALIEN

Verarb. Gew. 53,2 53,5 --- 53,1

Dienste 48,8 46,6 --- 47,1

SPANIEN

Verarb. Gew. 50,8 50,5 --- 49,9°

Dienste 42,4 46,4 --- 47,7°

(Angaben in Punkten)