Deutsche Märkte schließen in 8 Stunden 12 Minuten
  • DAX

    13.957,70
    -98,64 (-0,70%)
     
  • Euro Stoxx 50

    3.676,32
    -28,53 (-0,77%)
     
  • Dow Jones 30

    30.924,14
    -345,95 (-1,11%)
     
  • Gold

    1.691,40
    -9,30 (-0,55%)
     
  • EUR/USD

    1,1937
    -0,0041 (-0,35%)
     
  • BTC-EUR

    39.493,61
    -2.449,20 (-5,84%)
     
  • CMC Crypto 200

    941,32
    -45,89 (-4,65%)
     
  • Öl (Brent)

    64,64
    +0,81 (+1,27%)
     
  • MDAX

    31.001,54
    -307,67 (-0,98%)
     
  • TecDAX

    3.242,89
    -27,69 (-0,85%)
     
  • SDAX

    14.874,83
    -121,51 (-0,81%)
     
  • Nikkei 225

    28.864,32
    -65,79 (-0,23%)
     
  • FTSE 100

    6.608,01
    -42,87 (-0,64%)
     
  • CAC 40

    5.796,92
    -33,73 (-0,58%)
     
  • Nasdaq Compositive

    12.723,47
    -274,28 (-2,11%)
     

ROUNDUP: Ehefrau des Kremlkritikers Nawalny stundenlang in Polizeigewahrsam

·Lesedauer: 2 Min.

MOSKAU (dpa-AFX) - Bei neuen Massenprotesten in Moskau gegen die Inhaftierung des Kremlgegners Alexej Nawalny ist erneut auch dessen Ehefrau Julia Nawalnaja festgenommen worden. Sie kam erst am Abend wieder auf freien Fuß. Die 44-Jährige hatte zuvor bei Instagram ein Foto von sich auf der Straße veröffentlicht. In einem weiteren Eintrag mit einem Familienfoto kritisierte sie, dass ihr Mann inhaftiert sei, weil er es gewagt habe, den Mordanschlag mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok zu überleben. Sie war bereits bei Protesten vor einer Woche vorübergehend festgenommen worden.

Zudem beklagte Nawalnaja, dass Alexejs Bruder Oleg Nawalny als "Geisel" in Haft genommen worden sei. "Wenn wir schweigen, dann holen sie morgen jeden von uns." Sie warf dem Präsidenten Wladimir Putin vor, nach Belieben das Schicksal von Menschen zu bestimmen - er entscheide, "wer eingesperrt, wer vergiftet wird". Bei Nawalnajas Festnahme kritisierten Unterstützer, dass sie willkürlich von der Polizei abgeführt wurde, wie der Internet-Kanal Doschd zeigte.

In Moskau versammelten sich nach einer Sperrung der Innenstadt an verschiedenen Punkten Menschen, die Protestzüge bildeten. Ein Zug mit Tausenden zog zum Moskauer Untersuchungsgefängnis Nummer eins - der im Volksmund so bezeichneten Matrosenstille. Dort sitzt Nawalny in Haft. Die Sicherheitskräfte hatten die Zufahrten zum Gefängnis gesperrt. Der Ort galt als der am stärksten bewachte in Moskau. In der vergangenen Woche gab es an dem Gefängnis Proteste und zahlreiche Festnahmen. Nawalnys Team, das die Proteste teils über die sozialen Netzwerke steuerte, erklärte, dass Nawalny die Rufe seiner Unterstützer in seiner Zelle hören solle.

Viele Menschen riefen: "Freiheit für die politischen Gefangenen!" und "Freiheit für Alexej Nawalny!". Trotz Drohungen der Polizei waren auch in vielen anderen Städten Menschen zu Tausenden auf den Straßen. Sie protestierten außerdem gegen Korruption, Justizwillkür und die Unterdrückung Andersdenkender unter Putin. Die Behörden hatten prominente Vertreter von Nawalnys Team schon im Vorfeld festgenommen. Auch viele Journalisten kamen in Gewahrsam. Die Hoffnung des Machtapparats war, durch die Inhaftierung der führenden Köpfe der Opposition die Proteste zum Erliegen zu bringen. Die Menschen protestierten trotzdem. Es gab Hunderte Festnahmen.