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ROUNDUP/DSW: Staatsanwaltschaft muss Fall Wirecard untersuchen

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die Anlegervereinigung DSW fordert wegen des Betrugsverdachts beim Dax <DE0008469008>-Konzern Wirecard <DE0007472060> eine Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft. "Das ist ein rabenschwarzer Tag", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler am Donnerstag auf Anfrage. "Wir sind in der Situation, dass Wirecard selbst nicht mehr für Aufklärung und Vertrauen sorgen kann." Die Vorgänge sollten nach Einschätzung der DSW von Ermittlern aufgeklärt werden: "Da muss jetzt die Staatsanwaltschaft rein", sagte Tüngler.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ist bereits mit Wirecard beschäftigt, aber bislang nicht wegen Verdachts falscher Bilanzierung. Wirecard hatte am Vormittag bekannt gegeben, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY Unstimmigkeiten bei Treuhandkonten entdeckt habe, auf denen 1,9 Milliarden Euro verbucht seien. Deswegen wollten die Prüfer kein Testat für die Jahresbilanz 2019 ausstellen. Wirecard hat Strafanzeige gegen Unbekannt angekündigt. Bislang prüft die Staatsanwaltschaft mögliche Manipulationen mit Wirecard-Aktien an der Börse und den Verdacht der Falschinformation von Anlegern in zwei ad-hoc-Meldungen durch den Wirecard-Vorstand.

"Jetzt ist auch der Aufsichtsrat gefordert", sagte Tüngler. "Was bedeutet das personell, was bedeutet das für die Aufstellung des Konzerns?" Wirecard-Vorstandschef Markus Braun stand schon vor der jüngsten Veröffentlichung wegen des Ermittlungsverfahrens im Zusammenhang mit den Börsen-Pflichtmeldungen erheblich unter Druck.

Wichtig sei auch die Rolle der Prüfer bei EY, sagte Tüngler. In der Vergangenheit habe EY Wirecard auf gleicher Informationsbasis das Testat ausgestellt.