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ROUNDUP/Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen hellen sich deutlich auf

MANNHEIM (dpa-AFX) -Die Konjunkturerwartungen von Finanzexperten in Deutschland haben sich von niedrigem Niveau aus stark verbessert. Das Stimmungsbarometer des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW stieg im November gegenüber dem Vormonat um 22,5 Punkte auf minus 36,7 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einer weniger deutlichen Aufhellung auf minus 51,0 Punkte gerechnet.

Die Bewertung der Konjunkturlage verbesserte sich ebenfalls überraschend stark. Sie legte um 7,7 Punkte auf minus 64,5 Zähler zu.

"Die ZEW-Konjunkturerwartungen steigen im November erneut an. Dies dürfte vor allem mit der Hoffnung auf einen baldigen Rückgang der Inflationsraten zusammenhängen", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die geldpolitische Bremse müsste in diesem Fall weniger stark oder weniger lang angezogen werden als befürchtet. Allerdings sei der konjunkturelle Ausblick für die deutsche Wirtschaft immer noch deutlich negativ.

"Die Verbesserungen der ZEW-Konjunkturerwartungen sind gerechtfertigt, denn es gab zuletzt eine Reihe von Lichtblicken", schrieb Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Vor allem die Aussicht auf eine Deckelung der Energiepreise lasse hoffen, dass ein scharfer Einbruch der deutschen Wirtschaft ausbleibt. Auch die Aussicht auf einen milden Winter helfe der Konjunktur. "Je weniger Energie benötigt wird, desto unwahrscheinlicher wird eine Energierationierung", fuhr der Experte fort.

Jörg Zeuner, Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Union Investment, warnte jedoch: "Es besteht kein Grund zur Entwarnung." Über die nächsten Monate werde sich die Lage erst noch verschlechtern. Der Fachmann erwartet einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von 1,5 Prozent über das Winterhalbjahr. "Der Gegenwind aus hohen Energiepreisen wird nicht so schnell verschwinden. Erst 2024 dürfte die Wirtschaft wieder so stark wachsen, wie sie ohne die Belastungen aus dem Ukraine-Krieg in der Lage wäre", resümierte Zeuner.

Für die Eurozone ergab sich derweil ein ähnliches Bild wie für Deutschland. Auch für den gemeinsamen Währungsraum hellten sich die Erwartungen der Finanzmarktexperten spürbar auf, und zwar um 21,0 Punkte auf minus 38,7 Punkte. Die aktuelle konjunkturelle Lage wird ebenfalls optimistischer eingeschätzt als zuvor: Hier legte der entsprechende Index um 5,5 Punkte auf minus 65,1 Punkte zu.

An den Märkten sorgte der ZEW-Index für keine großen Bewegungen. Der deutsche Leitindex Dax DE0008469008 gab zuletzt leicht nach und der Kurs des Euro EU0009652759 notierte stabil über 1,04 US-Dollar.