Werbung
Deutsche Märkte öffnen in 2 Stunden 43 Minuten
  • Nikkei 225

    38.228,17
    -135,44 (-0,35%)
     
  • Dow Jones 30

    38.563,80
    -64,19 (-0,17%)
     
  • Bitcoin EUR

    48.144,20
    +254,93 (+0,53%)
     
  • CMC Crypto 200

    885,54
    0,00 (0,00%)
     
  • Nasdaq Compositive

    15.630,78
    -144,87 (-0,92%)
     
  • S&P 500

    4.975,51
    -30,06 (-0,60%)
     

ROUNDUP: Deutsche Bank baut nach Gewinnrückgang 3500 Jobs ab - Aktie legt zu

FRANKFURT (dpa-AFX) -Die Deutsche Bank DE0005140008 plant nach einem Gewinnrückgang weitere Einsparungen in Milliardenhöhe. Die Bank gehe davon aus, dass weitere Kostensenkungen "mit einem Abbau von rund 3500 Stellen einhergehen, vor allem in kundenfernen Bereichen", teilte Deutschlands größtes Geldhaus am Donnerstag in Frankfurt mit. Zum Jahresende 2023 kam die Bank auf 90 130 Vollzeitstellen. An der Börse kamen die Nachrichten gut an.

Die Aktie der Deutschen Bank legte kurz nach Handelsbeginn um 2,6 Prozent zu und gehörte damit zu den Spitzenreitern im Dax DE0008469008. Zugleich machte sie ihre Kursverluste in etwa wett, die sie seit dem Jahreswechsel eingefahren hatte.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing will nach Kostensenkungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr nun weitere 1,6 Milliarden sparen. Sein Fokus liegt auf Infrastruktur, IT und einer Verbesserung von Betriebsabläufen. Weitere Maßnahmen seien "die Straffung des Vertriebsnetzes in Deutschland und die Vereinfachung und Automatisierung von internen Prozessen".

Die Bank rechne damit, "dass sich der weitaus größte Teil dieser Maßnahmen bereits 2025 in den laufenden bereinigten Kosten widerspiegeln wird". Der Stellenabbau soll einem Sprecher zufolge 2025 abgeschlossen werden.

Im vergangenen Jahr musste die Deutsche Bank unter dem Strich einen Gewinnrückgang hinnehmen. Der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss sank um rund 16 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Analysten hatten jedoch einen deutlich stärkeren Rückgang erwartet, nachdem die Bank im Vorjahr von einer einmaligen Steuergutschrift in Milliardenhöhe aus ihrem USA-Geschäft profitiert hatte.

Vor Steuern erzielte das Institut 2023 mit fast 5,7 Milliarden Euro jedoch den höchsten Gewinn seit 16 Jahren. Daher zog Sewing eine positive Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres: Die Bank sei stärker gewachsen als geplant. Die Erträge - also die gesamten Einnahmen - stiegen um sechs Prozent auf rund 28,9 Milliarden Euro, fielen aber niedriger aus als von Analysten im Schnitt erwartet. Bis 2025 sollen sie auf rund 32 Milliarden wachsen und damit stärker als bisher geplant.

Wie andere Geldhäuser profitierte die Deutsche Bank von den weltweit gestiegenen Zinsen. Sewing betonte jedoch in einem Schreiben an die Belegschaft, der Erfolg der Bank stehe "auf einer breiten Basis": "Das Nettozinsergebnis macht weniger als die Hälfte unserer Erträge aus, ein deutlich geringerer Anteil als bei vielen anderen Banken. Und wir stünden am Ende dieses Jahres nicht so gut da, wenn nicht auch die Teams der Investmentbank und der Vermögensverwaltung in einem schwierigen Marktumfeld sehr viel herausgeholt hätten."

Von der insgesamt positiven Entwicklung sollen die Aktionärinnen und Aktionäre profitieren: Die Dividende soll von 30 auf 45 Cent je Anteilsschein steigen. Weitere 675 Millionen Euro will die Bank bis Ende Juni des laufenden Jahres über Aktienrückkäufe zurückgeben. Für das Geschäftsjahr 2025 peilt der Vorstand eine Dividende von einem Euro an.

Für viel Ärger und zusätzliche Kosten in Millionenhöhe sorgten im vergangenen Jahr Probleme bei der zum Konzern gehörenden Postbank. Im Zusammenhang mit einer IT-Umstellung hatten sich dort Beschwerden von Kunden gehäuft, die zum Beispiel zeitweise nicht mehr auf Konten zugreifen konnten oder über Verzögerungen bei Baufinanzierungen klagten. Die Finanzaufsicht Bafin schickte der Bank einen Sonderaufpasser ins Haus. Anders als von Sewing im Herbst in Aussicht gestellt, konnten nicht alle Probleme bis Ende 2023 behoben werden.

Schwierigkeiten gab es auch bei der Umstellung der Computersysteme der Fondstochter DWS DE000DWS1007. Die Fondsgesellschaft will sich bei vielen Verwaltungsabläufen von ihrem Mutterkonzern lösen - sofern sie es selbst und billiger hinbekommt. Im Herbst hatte DWS-Chef Stefan Hoops eingeräumt, dass das IT-Projekt länger dauert und deutlich teurer wird als geplant. Nachdem das Vorhaben im vergangenen Jahr mit etwa 100 Millionen Euro zu Buche schlagen sollte, rechnete er für 2024 mit weiteren Kosten in dieser Höhe.

Trotz milliardenschwerer Geldzuflüsse ging der Gewinn der DWS im vergangenen Jahr zurück: Wegen geringerer Erträge und der Erneuerung der IT sank der Überschuss zum Vorjahr um fünf Prozent auf 567 Millionen Euro. Für 2024 erwartet Hoops einen verstärkten Zufluss an Kundengeldern.