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ROUNDUP: Bei DB Cargo soll wieder über Umstrukturierung verhandelt werden

BERLIN (dpa-AFX) -Nach einem Krisengespräch über die Umstrukturierung bei der Bahn-Güterverkehrstochter DB Cargo soll es wieder Verhandlungen zwischen der Arbeitgeberseite und dem Gesamtbetriebsrat geben. "Die Gespräche werden kurzfristig stattfinden zwischen der Arbeitgeberseite und den Mitbestimmungsgremien bei DB Cargo. Auch die Gewerkschaft wird vertreten sein", sagte am Mittwoch der stellvertretende Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Kristian Loroch. Cargo-Chefin Sigrid Nikutta solle dabei nur eine untergeordnete Rolle einnehmen. "Es ist sehr deutlich geworden, dass sie in diesen Verhandlungen nicht die Federführung haben wird", betonte Loroch.

Diese Darstellung wies die Bahn am Mittwoch als "schlichtweg falsch" zurück. "Die Vorstandsvorsitzende von DB Cargo war, ist und bleibt Ansprechpartnerin für die Transformation der DB Cargo", heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Nikutta selbst teilte mit: "Wir waren und sind gesprächsbereit, aber klar in der Sache. Es waren die Interessenvertretenden, die zuletzt vom Tisch aufgestanden sind." Der Konzernvorstand stehe geschlossen zur Transformation.

Zuvor hatten sich die Gewerkschaft und die Gesamtbetriebsräte verschiedener Bahn-Unternehmen mit Konzernchef Richard Lutz zu einem Krisengespräch getroffen. Dabei ging es neben den Sicherheitsaspekten für Beschäftigte während der Fußballeuropameisterschaft der EVG zufolge auch um die wirtschaftliche Krise bei DB Cargo.

Um Kosten einzusparen, will der Konzern unter anderem Teile des Güterverkehrs an Tochterfirmen auslagern, insbesondere im sogenannten kombinierten Verkehr. Dort würden die Tarifverträge anderer Gewerkschaften gelten. Die Betriebsräte der DB Cargo und der Tochterunternehmen sowie die EVG haben sich gegen die Umstrukturierungspläne des Vorstands gestellt. Sie fürchten einen großangelegten Stellenabbau, was der Vorstand wiederum verneint.

Die Fronten zwischen beiden Seiten sind verhärtet. DB Cargo wirft der Gewerkschaft vor, vor allem um ihre Mitgliederzahl zu fürchten, weil bei den Tochterunternehmen andere Tarifverträge gälten.