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ROUNDUP: Bilfinger hebt Ergebnisprognose leicht an - Aktie verliert

·Lesedauer: 2 Min.

MANNHEIM (dpa-AFX) - Die konjunkturelle Erholung hat dem Industriedienstleister Bilfinger <DE0005909006> im dritten Quartal 2021 Auftrieb gegeben. Dank des Sparkurses kehrte der Mannheimer Konzern in die Gewinnzone zurück. Für das Gesamtjahr wird der Konzern aufgrund des Verkaufs von Grundstücken etwas zuversichtlicher. Das Unternehmen geht nun davon aus, eine um Sondereffekte bereinigte Ergebnismarge vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) von leicht über drei Prozent zu erreichen, wie der SDax<DE0009653386>-Konzern am Donnerstag in Mannheim mitteilte. Zuvor peilte Bilfinger hier etwa drei Prozent an, nachdem die Marge 2019 bei 2,4 Prozent gelegen hatte. Die Aktie verlor im frühen Handel dennoch um rund 1,4 Prozent.

"Das Ergebnis des dritten Quartals ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, sowohl unsere Jahresziele als auch unsere mittelfristigen Ziele zu erreichen", sagte Finanzchefin Christina Johansson, die Bilfinger vorübergehend leitet. Es bestünden aber weiterhin Herausforderungen auf den Märkten und für das Geschäft. Dies gleiche Bilfinger aus, indem das Unternehmen sein Geschäft weiterentwickele und neue Chancen nutze. "Insbesondere die Energiewende und die Nachfrage nach Lösungen zur Begrenzung des Klimawandels bieten zunehmend neue Wachstumsimpulse für Unternehmen wie das unsere", fügte die Managerin hinzu.

Der Umsatz legte im dritten Quartal im Jahresvergleich um neun Prozent auf 945 Millionen Euro zu. Der bereinigte operative Gewinn (Ebita) stieg von 23 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 51 Millionen Euro. Dazu trugen neben den Grundstückverkäufen vor allem geringere Kosten bei. Die bereinigte operative Marge betrug 5,4 Prozent.

Besser lief es für die Mannheimer in allen drei Geschäftsbereichen. Im europäischen Instandhaltungsgeschäft stieg der operative Gewinn um fast ein Drittel. Während Bilfinger im Geschäftsbereich Technologies, in dem unter anderem kleinere Anlagen entwickelt werden, weiter einen kleinen Gewinn schrieb, fiel im internationalen Instandhaltungsgeschäft noch immer ein Verlust an - wenn auch geringer als im Vorjahr.

Unter dem Strich wies Bilfinger einen Gewinn von 41 Millionen Euro aus nach einem Fehlbetrag von 19 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Derweil hat Bilfinger endlich einen neuen Vorstandsvorsitzenden gefunden. Thomas Schulz werde mit Wirkung zum 1. März 2022 die Führung des Unternehmens übernehmen, teilte Bilfinger am Mittwochabend mit. Der 56-Jährige ist bis Ende Februar noch beim dänischen Dienstleister für die Bergbau- und Zementindustrie, FLSmidth, angestellt. Seit Tom Blades sein Amt Anfang des Jahres überraschend niedergelegt hat, führt Finanzchefin Johansson vorübergehend Bilfinger.

Der Brite Blades stand seit Mitte 2016 an der Bilfinger-Spitze und hatte nach dem Verkauf des Tafelsilbers, den Immobiliendienstleistungen, einen tiefgreifenden Umbau eingeläutet. Zudem führte Blades ein umfangreiches Compliance- und Kontrollsystem ein, da Bilfinger bis Ende 2018 unter anderem wegen eines Korruptionsfalls seiner ehemaligen Tochter Julius Berger in Nigeria unter Beobachtung des US-Justizministeriums stand.

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