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ROUNDUP: Baerbock im 'Bundesstaat der Extreme' - Energiewende im Mittelpunkt

HOUSTON (dpa-AFX) -Außenministerin Annalena Baerbock hat die Bedeutung des US-Bundesstaats Texas als Standort für Unternehmen aus der Klima- und Energietechnologie hervorgehoben. In der Metropole Houston besuchte die Grünen-Politikerin am Mittwoch ein Unternehmen, das ein System zur Speicherung, Lagerung und zum Transport von Ammoniak entwickelt hat. Dabei handelt es sich um eine wichtige Technologie für die Energiewende. In Houston sind mehr als 4700 Firmen aus dem Energiesektor tätig, darunter etwa 150 aus der Solarenergiebranche und 40 Windenergieunternehmen.

An dem Standort in Houston entsteht eine neue Anlage der Firma Advario zur Lagerung und für den Transport von Ammoniak mit dem nach Angaben des Unternehmens weltweit größten Ammoniaktank mit einem Fassungsvermögen von 70 000 Kubikmetern. Es gibt zudem einen Pipeline-Anschluss an eine neue Ammoniakfabrik an der Küste des Golfs von Mexiko sowie die Infrastruktur zum Beladen großer Ammoniaktanker. Die Anlage soll bis Ende 2023 in Betrieb gehen.

Advario ist eine 2022 gegründete Tochter des weltweit im Bereich Energiespeicherung, -logistik und -infrastruktur tätigen deutschen Unternehmens Oiltanking. Es ist bereits seit den 1970er Jahren mit einem eigenen Terminal in Houston aktiv ist. Auch eine Reihe deutscher Unternehmen aus diesem Sektor sind in Houston und Umgebung tätig, etwa Siemens Energy oder die Deutsche Windtechnik.

Baerbock: Texas Bundesstaat der Extreme

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Baerbock hatte Texas am Dienstagabend (Ortszeit) in der Hauptstadt Austin einen "Bundesstaat der Extreme in einem Land der extreme" genannt. Texas stehe "mit einem Bein noch voll in der fossilen Welt von Öl und Gas", sei auf der anderen Seite aber bei der Windkraft und Solarenergie weltweit führend. Ihr sei es wichtig gewesen, im Jahr vor der US-Präsidentenwahl 2024 in einen Bundesstaat zu kommen, der beispielhaft sei für Fortschritt und Chancen, aber auch für gesellschaftliche Spannungen und Risiken.

Fraunhofer Institut: Ammoniak wichtig für Energiewende

Laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE ist Ammoniak aus grünem Wasserstoff ein Energieträger mit hohem wirtschaftlichem Potenzial. Er kann als chemischer Grundstoff, als Schiffstreibstoff oder für die stationäre Stromerzeugung eingesetzt werden. Künftig werde Ammoniak in großem Umfang aus Regionen mit hohen Solar- und Windressourcen importiert werden, schreibt das Institut auf seiner Internetseite.

Ammoniak habe das Potenzial, einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Es könne auch in sonnen- und windreichen, aber abgelegenen Regionen aus grünem Wasserstoff und Stickstoff hergestellt werden - zum Beispiel in der nordafrikanischen Wüste. Für den Transport nach Europa, in der Regel per Schiff, werde der Energieträger verflüssigt, schreibt das Institut weiter.

Treffen mit dem Bürgermeister von Houston

Baerbock traf am Mittwochvormittag (Ortszeit) den Bürgermeister von Houston, den Demokraten Sylvester Turner. Begleitet wurde die Bundesaußenministerin vom Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Houston ist seit 1993 Partnerstadt von Leipzig.

Wichita Falls: Besuch bei Jetausbildung der Bundeswehr

Am Nachmittag wollte Baerbock zur Sheppard Air Force Base im texanischen Wichita Falls reisen. Sie wollte dort ein Taktisches Ausbildungskommando der Bundesluftwaffe besuchen. In Wichita Falls werden seit 1966 deutsche Jetpilotinnen und -piloten ausgebildet. 1981 wurde das Programm um Pilotenanwärterinnen und -anwärter weiterer Nato-Nationen erweitert. Die Ausbildung sei ein praktisches Beispiel für die transatlantische Zusammenarbeit in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

Am Mittwochabend war der Weiterflug in die US-Hauptstadt Washington geplant. Dort will Baerbock am Donnerstag und Freitag US-Außenminister Antony Blinken sowie Kongressabgeordnete treffen.

Republikaner-Hochburg und Wirtschaftsmotor Texas

Texas liegt im Süden der USA und gilt als eine der Hochburgen der Republikaner. Der Bundesstaat ist nach Alaska der flächenmäßig zweitgrößte der USA und etwa doppelt so groß wie Deutschland. Hinter Kalifornien ist Texas mit gut 30 Millionen Einwohnern auch bei der Bevölkerungszahl die Nummer zwei. Mehr als 40 Prozent der Menschen in Texas haben einen hispanischen Migrationshintergrund.