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ROUNDUP/'Allzweckwaffe' der Marine: Bundestag billigt Milliardenprojekt

BERLIN (dpa-AFX) - Die Marine der Bundeswehr erhält vier neuartige Kriegsschiffe vom Typ "MKS 180". Der Haushaltsausschuss des Bundestags genehmigte am Mittwoch sechs Milliarden Euro für den größten Marineauftrag dieser Art in der Geschichte der Bundeswehr. Die Schiffe, die in der Marine als "Allzweckwaffen" angesehen werden, sollen unter Federführung der niederländischen Damen-Werft vor allem bei Blohm und Voss in Hamburg gebaut werden.

Der Haushaltsausschuss gab auch für die Beschaffung eines Radars für das Kampfflugzeug Eurofighter grünes Licht. Dafür werden 2,8 Milliarden Euro bereitgestellt. Zudem wurden 4,5 Milliarden Euro für die IT-Gesellschaft BWI freigegeben.

Das Mehrzweckkampfschiff soll in der Lage sein, "einerseits überall auf der Welt lange Zeit große Seeräume zu überwachen und notfalls deutsche Staatsbürger aus Krisensituationen zu evakuieren. Andererseits soll es sich im Nordatlantik oder Mittelmeer notfalls im Seegefecht gegen andere Kriegsschiffe seiner Art und U-Boote durchsetzen zu können.

Das Schiff, dessen Länge mit etwa 155 Metern angegeben wird, soll zwei Jahre im Einsatzgebiet bleiben können. Die rund 110-köpfige Besatzung wird dann alle vier Monate rotieren. Das Schiff soll mit Einbaumodulen für unterschiedliche militärische Missionen ausgerüstet werden können - beispielsweise als U-Boot-Jäger oder als schwimmender Stützpunkt für Anti-Piraterie-Missionen.

Selbst von der Opposition kam Lob für das Projekt. "Das europaweite Ausschreibungs- und Vergabeverfahren hat zwar sehr lange gedauert, beim Vertrag hat das Ministerium jedoch augenscheinlich vieles richtig gemacht", erklärte Verteidigungsexperte Tobias Lindner.