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ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Gewinnmitnahmen bremsen Rally leicht aus

NEW YORK (dpa-AFX) -Die am Dienstag zum Börsenstart wieder aufgenommene Rally am US-Aktienmarkt hat im Handelsverlauf einen Dämpfer erhalten. Nachdem zunächst weitere Signale eines tendenziell nachlassenden Inflationsdrucks der Wall Street spürbar Rückenwind beschert hatte, setzten im späteren Verlauf Gewinnmitnahmen ein. Der Dow Jones Industrial US2605661048, der sich der Marke von 34 000 Punkten zeitweise deutlich angenähert hatte, drehte vorübergehend in die Verlustzone, konnte aber letztlich ein kleines Plus in den Feierabend retten. Die anderen Indizes legten zum Teil deutlich zu.

Zwar herrscht Erleichterung, dass sich der Preisauftrieb auf Herstellerebene im Oktober zum vierten Mal in Folge und zudem deutlicher als erwartet abschwächte. Auch, dass sich die Stimmung in der Industrie im Wirtschaftsraum New York im November überraschend stark aufgehellt hat, kam gut an. Allerdings spiegelt sich dies nach Ansicht von Marktkennern in der bereits vollzogenen Börsenerholung schon recht deutlich wider. Dabei wurde auch darauf verwiesen, dass einige kurzfristig orientierte Anleger bereits am Montag als Reaktion auf die jüngste Rally Kasse gemacht hatten.

Der Dow Jones beendete den Tag mit einem Aufschlag von 0,17 Prozent auf 33 592,92 Zähler. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 stieg um 0,87 Prozent auf 3991,73 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 gewann 1,45 Prozent auf 11 871,15 Zähler, nachdem er zuvor um fast drei Prozent gestiegen war.

Die US-Börsenrally hatte am vergangenen Donnerstag neuen Schwung erhalten - und zwar ebenfalls, nachdem Daten über ein Nachlassen des hohen Inflationsdrucks in den USA veröffentlicht worden waren. Immerhin untermauern die Preisdaten für Verbraucher und Hersteller die Hoffnung, dass mit Blick auf die Inflation das Schlimmste erst einmal vorbei ist und die US-Notenbank Fed bei weiteren Leitzinserhöhungen weniger aggressiv vorgehen könnte.

Daher legte der Dow Jones seit der Bekanntgabe der Verbraucherpreise für Oktober inzwischen um etwas mehr als drei Prozent zu. Seit dem jüngsten Tief Mitte Oktober zog er in der Spitze sogar um rund 18,5 Prozent hoch. Besonders kräftigen Schub erhielten allerdings die Techwerte von den Inflationssignalen. Sie waren der breiten Markterholung bislang hinterhergelaufen und zuvor auch besonders stark gefallen. Seit vergangenen Donnerstag jedoch belaufen sich die Gewinne im Nasdaq-Auswahlindex 100 auf fast zehn Prozent.

Technologieaktien erhielten an diesem Dienstag wohl weiteren Schub auch dadurch, dass der bekannte Investor Warren Buffett im vergangenen Quartal die gesunkenen Kurse an den Börsen für Zukäufe in diesem Bereich nutzte. Mit seinem Investmentfonds Berkshire Hathaway US0846707026 investierte er mehrere Milliarden Dollar am Aktienmarkt, wie aus einem Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Unter anderem reagierte Berkshire auf den Kurssturz des weltgrößten Chipauftragsfertigers Taiwan Semiconductors (TSMC) mit Käufen.

Unter den Einzelwerten an der US-Börse überzeugte der Shopping-Riese Walmart US9311421039 mit Geschäftszahlen zum abgelaufenen Quartal, einem höheren Jahresumsatzziel sowie einem neuen Aktienrückkaufprogramm. Die Aktie sprang im Dow um 6,5 Prozent hoch. Starke Geschäftszahlen zum dritten Quartal meldete auch die Baumarktkette Home Depot US4370761029, ohne allerdings den Jahresausblick anzuheben. Die Aktie legte nach einem schwächeren Start dennoch um 1,6 Prozent zu.

In den Blick rückte außerdem das Netflix-Papier US64110L1061, das um 3,7 Prozent stieg. Die Bank of America nahm ihr Anlageurteil "Buy" wieder auf. Das Kursziel lautet 370 Dollar. Netflix bleibe der Marktführer im Streaming-Bereich, schrieb Analystin Jessica Reif Ehrlich. Das Unternehmen habe die Entertainment-Welt gewandelt in der Art und Weise, wie Content erstellt, verteilt und konsumiert werde. Das neue werbebasierte Angebot hält sie ebenfalls für wertschaffend.

Der Kurs des Euro EU0009652759 ging im US-Handel auf Berg- und Talfahrt. Zum Börsenschluss an der Wall Street kostete der Euro 1,0351 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag in Frankfurt auf 1,0404 (Montag: 1,0319) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9612 (0,9691) Euro.

Am US-Rentenmarkt stieg der Terminkontrakt für zehnjährige Anleihen (T-Note-Future) zuletzt um 0,60 Prozent auf 112,80 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen fiel im Gegenzug auf 3,773 Prozent./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---