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ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Rally erlahmt nach frühen Rekorden

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NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem verlängerten Wochenende haben die wichtigsten US-Indizes am Dienstag erst Rekorde aufgestellt und dann an Schwung verloren. Abgesehen vom Dow Jones Industrial <US2605661048> drehten die anderen großen US-Indizes ins Minus. Der Leitindex der Wall Street rettete sich aber 0,20 Prozent höher bei 31 522,75 Punkten ins Ziel. Stunden zuvor hatte er es erstmals über die Marke von 31 600 Punkten geschafft.

Am Markt hieß es, es fehle vorerst an neuen greifbaren Impulsen, um einen weiteren Anstieg zu rechtfertigen. Zu Beginn hätten die US-Börsen die Stärke der Weltbörsen am Montag nachvollzogen, als der US-Handel am "George Washington Day" pausierte. Es hieß, fortschreitende Impfkampagnen und sinkende Neuinfektionszahlen seien inmitten der Corona-Pandemie gut für die wirtschaftliche Perspektive, aber nicht greifbar genug, um die Rally noch weiter anzufeuern.

Andere Indizes begaben sich am Dienstag zuerst auch in Rekordhöhen, konnten ihre Gewinne aber nicht verteidigen. Der S&P 500 <US78378X1072> verlor letztlich 0,06 Prozent auf 3932,59 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> gab um 0,25 Prozent auf 13 773,77 Zähler nach.

Im Blick der Anleger standen am Dienstag erneut die Ölpreise, nachdem die US-Sorte WTI an ihren jüngsten Höhenflug anknüpfte. Unter anderem wegen der Auswirkungen der frostigen Witterung in den USA kostete ein Barrel der US-Sorte WTI rund 60 US-Dollar - ein Preis in der Nähe der höchsten Stände seit Anfang 2020. Ölaktien profitierten davon: Jene des Branchenriesen ExxonMobil <US30231G1022> zum Beispiel zogen um drei Prozent an.

Ansonsten waren unter anderem Finanzwerte gefragt, was unter Börsianern mit Inflationsszenarien und daraufhin steigenden Marktzinsen begründet wurde. Dies gilt als förderlich für das Alltagsgeschäft der Finanzinstitute. Im Dow ging es so für die Aktien von JPMorgan <US46625H1005> um 2,4 Prozent nach oben und für jene von Goldman Sachs <US38141G1040> um 1,8 Prozent.

Die sinkenden Infektionszahlen und die Fortschritte mit der Impfkampagne ließen die Anleger auch im US-Reisesektor wieder zugreifen. Die Aktien der großen Fluggesellschaften American Airlines <US02376R1023>, United <US9100471096> und Delta <US2473617023> zogen um bis zu vier Prozent an. Jene der Kreuzfahrtanbieter Royal Caribbean <LR0008862868> und Carnival <PA1436583006> sprangen sogar um bis zu knapp zehn Prozent nach oben.

Die Aktien der Corona-Impfstoffhersteller ruderten nach gutem Lauf zurück, Biontech <US09075V1026> und Moderna <US60770K1079> fielen jeweils um fast drei Prozent. Mitte März könnte in Europa ein vierter Corona-Impfstoff auf den Markt kommen. Nach den USA hat Johnson & Johnson <US4781601046> nun auch dort eine Zulassung beantragt. Die Papiere des Pharmakonzerns selbst profitieren davon aber nicht, sie fielen um 0,9 Prozent.

Um Papiere aus dem Gesundheitssektor machten die Anleger am Dienstag allgemein einen großen Bogen. Die Branchenschwäche erfasste auch die Aktien zweier Pharmahändler-Ketten. Walgreens Boots Alliance <US9314271084> büßten als Schlusslicht im Dow 2,5 Prozent ein, während jene des Konkurrenten CVS Health <US1266501006> im S&P 500 sogar um fünf Prozent absackten. Die vom Unternehmen vorgelegten Zahlen halfen dem Kurs offenbar nicht.

In den Blick rückten ansonsten Nebenwerte, darunter die 4,3 Prozent höheren Anteile des US-Autozulieferers Borgwarner <US0997241064>, der den deutschen Batteriehersteller Akasol <DE000A2JNWZ9> übernehmen will.

Die Aktien von Palantir Technologies <US69608A1088> büßten dagegen 12,8 Prozent ein, nachdem der Spezialist für Datenanalyse-Software mit einer Ausweitung seiner Verluste im abgelaufenen vierten Quartal negativ überraschte. Die Ende September an die Börse gekommenen und bis dato gut gelaufenen Aktien unterschritten damit erstmals die 50-Tage-Durchschnittslinie. Bei charttechnisch orientierten Anlegern gilt diese als beliebter Trendindikator.

Für einen Euro <EU0009652759> wurde am Dienstag nach einer kleinen Berg- und Talfahrt zuletzt 1,2107 US-Dollar bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2143 (Montag: 1,2129) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8235 (0,8245) Euro.

US-Staatsanleihen erlitten Kursverluste. Börsianer verwiesen auf Szenarien einer anziehenden Inflation und die Erwartung höherer Marktzinsen. Während der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) 0,34 Prozent auf 135,74 Punkte verlor, stieg die Rendite der zehnjährigen Anleihe im Gegenzug auf 1,306 Prozent./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---