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ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Biden, Corona-Impfstoff treiben Dow auf Rekord

·Lesedauer: 4 Min.

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Sieg des Demokraten Joe Biden bei den US-Präsidentschaftswahlen und ein möglicher Durchbruch bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus hat den US-Börsen zum Wochenbeginn neue Rekorde beschert. Der Leitindex Dow Jones Industrial und der marktbreite S&P 500 schnellten am Montag bereits in den ersten Handelsminuten auf Höchststände. Aktien, die unter der Corona-Pandemie besonders gelitten hatten, erlebten Kursfeuerwerke.

Zur Schlussglocke stand für den Dow Jones Industrial <US2605661048> ein Gewinn von 2,95 Prozent auf 29 157,97 Punkte zu Buche. Der Leitindex hatte zuvor den Sprung über die Marke von 30 000 Zählern nur knapp verpasst. Vor dem regulären Handel war der Dow zeitweise über dieser Marke indiziert worden. Der S&P 500 <US78378X1072> stieg um 1,17 Prozent auf 3550,50 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> blieb dagegen mit einem Minus von 2,16 Prozent auf 11 830,39 Zähler merklich zurück.

Experten führten die positive Reaktion auf den Wahlsieg des Demokraten Joe Biden nicht zuletzt darauf zurück, dass damit die Hängepartie in dieser wichtigen Entscheidung beendet sei. Auch stehe Biden für umfangreiche staatliche Anreize für die schwache Konjunktur, sagte Chefinvestor Mark Vaselkiv vom US-Vermögensverwalter T. Rowe Price. Höheren Steuern zur Finanzierung dieser Maßnahmen durch die Demokraten dürften sich die Republikaner indes mit Aussicht auf Erfolg entgegen stellen.

Ein effektiver Corona-Impfstoff in Europa und den USA rückt in greifbare Nähe: Das Mainzer Unternehmen Biontech <US09075V1026> und der US-Pharmariese Pfizer <US7170811035> teilten mit, ihr Impfstoff biete einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. Schwere Nebenwirkungen seien nicht registriert worden. Beide Unternehmen wollten voraussichtlich ab der kommenden Woche die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen. Experten und Finanzanalysten zeigten sich beeindruckt.

Die an der US-Technologiebörse Nasdaq gelisteten Biontech-Papiere <US09075V1026> schnellten daraufhin um fast 14 Prozent nach oben und erreichten ein Rekordhoch. Die Pfizer-Aktien <US7170811035> gewannen 7,7 Prozent. Die auf mehr als 90 Prozent bezifferte Effizienz des Mittels sei beeindruckend, schrieb Analyst Chris Schott von JPMorgan. Es könne sich um einen Durchbruch im Kampf gegen die Pandemie handeln. Analyst Carter Gould von Barclays schrieb, die hohe Effizienz dürfte dazu beitragen, Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit und der allgemeinen Impfbereitschaft auszuräumen.

Profiteure der Nachricht zum Impfstoff waren auch Aktien von Fluggesellschaften, Hotelbetreibern und Kreuzfahrtanbietern. So schossen American Airlines <US02376R1023>, United Airlines <US9100471096> und Delta Air Lines <US2473617023> um bis zu 19 Prozent hoch. Papiere der Hotelkette Marriott <US5719032022> gewannen 14 Prozent und die von Wynn Resorts gar fast 28 Prozent. Aktien der Kreuzfahrt-Reedereien Carnival und Royal Caribbean schnellten um fast 40 beziehungsweise nahezu 30 Prozent hoch.

Mit einem möglichen Boom von Buchungen im Falle eines wirkungsvollen Impfstoffs gegen das Virus zogen die Aktien der Kreditkartenkonzerne American Express <US0258161092> und Visa um 21,4 beziehungsweise 7,2 Prozent an. Papiere des Online-Reisebüros Expedia schossen sogar um fast 25 Prozent in die Höhe.

Größter Kursverlierer im Nasdaq-100 waren die Aktien von Biogen, sie brachen um gut 28 Prozent ein. Der US-Biotechkonzern und sein japanischer Forschungspartner Eisai <JP3160400002> haben bei ihrem Hoffnungsträger gegen die Alzheimer-Krankheit einen Rückschlag erlitten. Ein Experten-Komitee der US-Gesundheitsbehörde sprach sich gegen eine Zulassung von Aducanumab aus.

Papiere von McDonald's <US5801351017> verloren in dem euphorischen Börsenumfeld 1,5 Prozent. Analystin Katherine Fogertey von Goldman Sachs bemängelte, dass der Umsatz der Fastfood-Kette im dritten Quartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei.

Der Euro <EU0009652759> neigte zur Schwäche und notierte zuletzt bei 1,1817 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1883 (Freitag: 1,1870) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8415 (0,8425) Euro gekostet. Die gute Stimmung an den Finanzmärkten drückte am Rentenmarkt stark auf die Notierungen. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) sackte um 0,55 Prozent auf 137,79 Punkte ab. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe stieg entsprechend auf 0,93 Prozent.