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ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow trotzt drohenden Zinserhöhungen

NEW YORK (dpa-AFX) -Die US-Börsen haben vor dem Wochenende einen überraschend starken Arbeitsmarktbericht und die Perspektive weiter steigender Zinsen erstaunlich gut weggesteckt. Nach einem Rücksetzer des Dow Jones Industrial US2605661048 von einem Prozent zum Handelsbeginn drehte der Leitindex am Freitag in der letzten Handelsstunde sogar noch ins Plus. Das betrug am Ende 0,10 Prozent auf 34 429,88 Punkte, womit auch die Wochenbilanz leicht positiv ist.

Der vor der Startglocke veröffentlichte Bericht zeichnete ein starkes Bild des Arbeitsmarktes in den USA: Nicht nur nahm die Beschäftigung im November stärker zu als erwartet worden war, der Anstieg der Löhne und Gehälter übertraf die Markterwartung um das Doppelte.

Das könnte die US-Notenbank Beobachtern zufolge unter Druck setzen, die Leitzinsen weiter zu erhöhen, um so die Inflation einzufangen. "Der beunruhigendste Aspekt des Arbeitsmarktberichts war die aktuelle Entwicklung der Löhne", schrieb Matt Peron, Chefanalyst der Investmentgesellschaft Janus Henderson. Dies sei "ein Rückschritt in einer sich ansonsten verbessernden Inflationsgeschichte". In der Folge werde die Geldpolitik in nächster Zeit vermutlich restriktiv bleiben - und damit Druck auf die Gewinne der Unternehmen ausüben.

Auch andere wichtige Börsenindizes zeigten sich angesichts dieses für Aktien ungünstigen Szenarios robust: Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 schloss mit 0,12 Prozent nur moderat im Minus bei 4071,70 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 gab mit 0,40 Prozent auf 11 994,26 Zähler ebenfalls nur leicht nach.

Eine turbulente Börsenwoche ging somit vergleichsweise ruhig zu Ende. Zur Wochenmitte war der Dow noch auf den höchsten Stand seit Ende April geklettert. Fed-Chef Jerome Powell hatte mit der Aussage, die Leitzinsen im Dezember möglicherweise nicht so stark anzuheben wie in den Monaten zuvor, an den Börsen Euphorie ausgelöst. "Ich halte es weiterhin für wahrscheinlich, dass die Fed ab der Dezember-Sitzung die Zinsen langsamer erhöht", prognostizierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Zinserhöhungen in diesem Ausmaß "könnten uns jetzt aber länger begleiten als bislang gedacht".

Kursbewegende Unternehmensnachrichten waren vor dem Wochenende rar. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge steht United Airlines US9100471096 kurz vor einer Bestellung von Dutzenden von 787 Dreamliner von Boeing US0970231058. Boeing-Aktien setzten sich daraufhin an die Spitze im Dow mit einem Aufschlag von vier Prozent.

Die Aktien von Marvell Technology US5738741041 fielen um 1,5 Prozent. Der Halbleiterhersteller legte enttäuschende Umsatz- und Ergebniszahlen für das vergangene Quartal vor. Auch der Ausblick blieb hinter den Erwartungen zurück.

Die Anteile des Essenslieferanten Doordash US25809K1051 fielen um 3,4 Prozent, nachdem die Bank RBC die Kaufempfehlung für die Aktien gestrichen hatte. Deren Analyst Brad Erickson verwies darauf, dass sich der Kontrahent Uber US90353T1007 auf dem wichtigsten Markt Manhattan in New York besser schlage.

Die Papiere des Cloud-Spezialisten Zscaler US98980G1022 sackten um fast elf Prozent ab. Hier belastete ein enttäuschender Geschäftsausblick. Dagegen übertraf der Entwickler von Automationssoftware Uipath US90364P1057 mit dem Zwischenbericht die Erwartungen, was die Anteilsscheine um mehr als zwölf Prozent nach oben schnellen ließ.

Im New Yorker Währungshandel geriet der Euro nach dem Arbeitsmarktbericht zunächst unter Druck, holte die Verluste aber wieder auf und kostete zuletzt 1,0533 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0538 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte somit 0,9489 Euro gekostet.

Auch die US-Staatsanleihen zeigten sich von der Aussicht auf steigende Leitzinsen im späten Handel wenig beeindruckt. Nach anfänglichen Verlusten schloss der Terminkontrakt für zehnjährige Anleihen (T-Note-Future) mit 0,18 Prozent im Plus bei 114,50 Punkten. Die Rendite in der zehnjährigen Laufzeit betrug 3,48 Prozent./bek/jha/

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---