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ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Wall Street holt neuen Schwung

·Lesedauer: 4 Min.

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street hat die Kursverluste der vergangenen Tage am Freitag abgeschüttelt. Auf dem ermäßigten Kursniveau griffen die Anleger vor allem bei den zuletzt vernachlässigten Standardwerten beherzter zu. Nun hinkten die zuletzt besser gelaufenen Technologie-Aktien der Rally etwas hinterher.

Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> stieg um 1,30 Prozent auf 34 870,16 Punkte, womit er sich auf Wochensicht moderat mit 0,2 Prozent ins Plus rettete. Er kam seinem Rekordhoch, das mit 35 091 Punkten aus dem Mai stammt, näher denn je in den vergangenen Wochen.

Der S&P 500 <US78378X1072> folgte dem Dow am Freitag um 1,13 Prozent auf 4369,55 Punkte nach oben, er konnte damit als einziger großer US-Index einen erneuten Rekord verbuchen. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 <US6311011026> brachte es mit 14 826,09 Punkten auf ein Plus von 0,71 Prozent.

Am Vortag hatten die Sorgen wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus und Konjunkturpessimismus die Anleger noch risikoscheu gemacht. Bei US-Staatsanleihen, die am Vortag von der Suche nach Sicherheit profitiert hatten, kam es nun zu Gewinnmitnahmen. Durch die jüngsten Verluste sei bei Aktien nicht viel Porzellan zerschlagen worden, hieß es am Markt. Expertin Sophie Griffiths vom Broker Oanda sah sofort wieder die Schnäppchenjäger am Werk.

Die dem Kurs gegenläufige Rendite der zehnjährigen US-Anleihen zog am Freitag wieder an. Entsprechend gehörten Finanztitel zu den Favoriten im Dow, nachdem sie in den vergangenen Tagen stark unter den sinkenden Zinsen gelitten hatten. Die Papiere von Goldman Sachs <US38141G1040> und JPMorgan <US46625H1005> rückten um 3,6 und 3,2 Prozent vor. Bei Banken gelten höhere Zinsen im Alltagsgeschäft etwa mit Krediten als Vorteil.

Weit hinten im Dow tauchten zwei Technologiewerte auf: Aktien von Microsoft <US5949181045> retteten sich nur knapp mit 0,2 Prozent ins Plus, während jene von Salesforce <US79466L3024> 0,3 Prozent einbüßten. Als Hemmschuh führten Börsianer an, dass US-Präsident Joe Biden Pläne schmiedet, um der Übermacht von Großkonzernen in bestimmten Branchen Einhalt zu gebieten. Wie es hieß, ziele er damit auch stark auf Internet- und Technologiefirmen ab.

Die Apple <US0378331005>-Aktien tangierte dies jedoch nicht, sie fielen im Technologiesektor positiv auf mit einem Anstieg um 1,30 Prozent und dem erreichten Rekordniveau.

Außerhalb des Dow waren Autowerte stark gefragt, wie Kursgewinne von 4,8 und 3,0 Prozent bei General Motors <US37045V1008> und Ford <US3453708600> zeigten. Hier schwappte eine deutliche Branchenerholung aus Europa über. Bessere Stimmung verbreitete dort Volkswagen <DE0007664039> mit starken Eckdaten. Dadurch wurden Sorgen um die derzeit herrschende Halbleiterknappheit in der Branche gemildert.

Die Impfstoff-Partner Pfizer <US7170811035> und Biontech <US09075V1026> erfreuten ihre Anleger mit der Aussage, die Notfallzulassung für eine dritte Booster-Impfung unter anderem in den USA und Europa beantragen zu wollen. Pfizer gewannen 0,9 Prozent und die in New York gehandelten Biontech-Aktien rückten um 4,6 Prozent vor.

Kräftige Kursgewinne gab es außerhalb der großen Indizes bei zahlreichen Stahlaktien, hier fielen vor allem die Papiere von US Steel <US9129091081> mit einem Kurssprung um 8,4 Prozent positiv auf. Sie folgten damit einer weltweiten Rally bei Rohstoffwerten, die sich zuvor auch in Europa auf Stahlaktien erstreckte. Die Bank of America hatte in einer Studie erneut ihre europäischen Stahlpreiserwartungen angehoben.

Die marktbreite Erholung erstreckte sich auch auf die zuletzt wegen Regulierungsängsten abgestraften Aktien chinesischer Konzerne, die in den USA notiert sind. Allen voran erholten sich die erst kürzlich in den US-Handel gestarteten Papiere des Fahrdienstvermittlers Didi <US23292E1082> um 7,3 Prozent, mit 12 Dollar näherten sie sich wieder ein Stück weit dem Ausgabepreis beim Börsengang, der 14 Dollar betrug.

Der Euro <EU0009652759> hat am Freitag nach anfänglichen Verlusten weiter zugelegt, zuletzt wurden 1,1880 US-Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1858 (Donnerstag: 1,1838) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8433 (0,8447) Euro.

Am Markt hieß es, der Euro habe gemeinsam mit Aktien von der steigenden Risikobereitschaft profitiert. US-Staatsanleihen kamen dagegen unter Druck. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries fiel um 0,31 Prozent auf 133,40 Punkte. Die gegenläufige Rendite erholte sich mit 1,36 Prozent vom zuletzt erreichten Tief seit Februar./tih/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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