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ROUNDUP/Aktien New York: Anleger halten Füße still

NEW YORK (dpa-AFX) - Nur wenig verändert ohne klare Richtung haben sich die US-Aktienmärkte am Dienstag im frühen Handel präsentiert. Die Ölpreise legten zuletzt wieder zu. Neue Preisdaten aus den Vereinigten Staaten sorgten nicht für größere Bewegungen.

Der Dow Jones Industrial <US2605661048> notierte zuletzt 0,11 Prozent höher bei 24 249,55 Punkten. "Der US-Leitindex hält sich nach wie vor relativ stabil, mit großer Aufwärtsdynamik sollten Anleger aber eher nicht rechnen. Doch schon die ausbleibenden Gewinnmitnahmen sind in der aktuellen Marktphase eine angenehme Überraschung", bemerkte Analyst Andreas Büchler vom Börsenmagazin Index Radar.

Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> sank am Dienstag um 0,15 Prozent auf 2925,89 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> legte um 0,13 Prozent auf 9311,45 Punkte zu.

Die Teuerung in den USA schwächte sich im April vor allem wegen stark fallender Energiepreise massiv ab. Wie das Arbeitsministerium mitteilte, lagen die Verbraucherpreise 0,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Im März hatte die Inflationsrate noch 1,5 Prozent betragen. Die aktuelle Rate ist die niedrigste seit Oktober 2015. Analysten hatten im Mittel eine Teuerungsrate von 0,4 Prozent erwartet. Im Monatsvergleich fielen die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent. Das war der stärkste Rückgang seit Dezember 2008.

Neben der weltweiten Sorge vor einer zweiten Covid-19-Infektionswelle sind es noch immer die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China, die den Anlegern - je nach aktuellem Stand - Bauchschmerzen bereiten. "Das gestiegene Risiko für die US-chinesischen Handelsbeziehungen und die Corona-Daten aus besonders stark betroffenen Ländern kommen für Anleger ungelegen", sagte James Athey, Investment-Experte beim Vermögensverwalter Aberdeen Standard.

Unter den Einzelwerten zeigten sich die Aktien von Tesla <US88160R1014> mit plus 2,8 Prozent in guter Form. Elon Musk, Chef des Elektroautobauers, fährt die Produktion im Hauptwerk in Kalifornien wieder hoch und widersetzt sich damit einem Verbot der Behörden in der Corona-Krise. "Wenn jemand festgenommen wird, werde ich darum bitten, dass es nur ich bin", schrieb Musk. Das Technologieblog "The Verge" hatte unter Berufung auf Tesla-Arbeiter berichtet, dass am Wochenende bereits rund 200 Fahrzeuge gebaut worden seien. Kalifornien hat insgesamt eine vorsichtige Öffnung von Betrieben erlaubt. Im Alameda County, jenem Bezirk nahe San Francisco, in dem das Tesla-Werk in Fremont liegt, gelten jedoch weiterhin Ausgehbeschränkungen.

Boeing <US0970231058>-Chef Dave Calhoun stellt sich darauf ein, dass durch die Corona-Krise eine große US-Airline in diesem Jahr aus dem Geschäft gehen könnte. Im September komme die Nagelprobe für die Fluggesellschaften, argumentierte er. Dann läuft die momentane US-Unterstützung für die Luftfahrt-Industrie bei Gehaltszahlungen aus. Der Luftverkehr werde bis dahin aber nicht einmal ein Viertel des vorherigen Niveaus erreichen, gab Calhoun zu bedenken. Das Geschäft von Boeing litt bereits unter der Krise rund um das nach zwei Abstürzen weltweit stillgelegte Flugzeug 737 Max. Boeing-Papiere gewannen zuletzt 0,6 Prozent.