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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Wochenplus für Dax trotz schwacher US-Jobdaten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt sind die Anleger am Freitag zuversichtlich geblieben. Der sehr schwache US-Arbeitsmarktbericht für April beeinflusste die Kurse kaum, zumal die Daten des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP bereits zuvor Schlimmes hatten ahnen lassen. Der Dax <DE0008469008> schloss 1,35 Prozent höher bei 10 904,48 Punkten, womit sich für den deutschen Leitindex im Wochenverlauf ein Plus von 0,39 Prozent ergibt. Für den MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Werte ging es am Freitag um 0,94 Prozent auf 23 965,21 Punkte nach oben.

Die Anleger fokussierten sich vor allem weiter auf die Bekräftigung der beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China, trotz der Spannungen über den Auslöser der Pandemie an den Teilvereinbarungen im Handelskrieg festhalten wollen. Zudem nimmt "das weltweite große Wiedereröffnen Gestalt an", wie Analyst Stephen Innes vom Broker Axicorp schrieb. Denn immer mehr Staaten lockern die Restriktionen, die sie wegen der Pandemie erlassen hatten.

Gleichwohl ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt in den USA wegen der Coronavirus-Pandemie so verheerend wie seit Beginn des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Die Daten vom Jobmarkt seien allerdings auf den zweiten Blick nicht ganz so schlimm wie befürchtet, hieß es am Markt. Nun gelte es vor allem die Wirkung der von der Regierung ergriffenen Maßnahmen abzuwarten. "Mit einer Wiederbelebung der Konjunktur ist wohl erst in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen", schrieb Analyst Patrick Boldt von der Landesbank Helaba.

Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein ergänzte: Der Anstieg der Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent im März auf 14,7 Prozent dürfte womöglich noch höher liegen, denn die Arbeitsämter seien momentan überfordert, die ganzen Anträge zu bearbeiten. Wesentlicher aber sei das epochale Ausmaß der Krise und das, was diese mit den US-Bürgern noch machen werde.

Hierzulande gab es zumindest einige erfreuliche Quartalsberichte von Unternehmen. Im Dax etwa zogen die Aktien von Siemens <DE0007236101> um 4,8 Prozent an. Starke Geschäfte in einigen Sparten des Industriekonzerns, ein besser als erwarteter Ausblick und eine angekündigte Ausgliederung von Unternehmensbereichen hatten die Papiere beflügelt.

An der Dax-Spitze schnellten die Anteilscheine von HeidelbergCement <DE0006047004> um 5,6 Prozent nach oben. Analyst Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe sieht den Zementhersteller gestärkt aus der Virus-Krise hervorgehen.

Die Lufthansa-Papiere <DE0008232125> hingegen zählten mit einem Minus von rund 1 Prozent zu den schwächsten Werten. Der Zwischenstand zu den laufenden Rettungsverhandlungen mit der Bundesregierung war unter anderem beim Analysehaus Bernstein nicht gut angekommen. Die Ankündigungen seien düster gewesen, allerdings versteckt in den technischen Details, urteilte der Experte Daniel Roeska. Seines Erachtens laufen die Rettungsgespräche nicht rasch genug.

In der zweiten Reihe hatte unter anderem Bechtle <DE0005158703> seine Bücher geöffnet. Die Aktien des IT-Dienstleisters sprangen um gut vier Prozent hoch und profitierten auch von positiven Aussagen der Analysten über ein "starkes erstes Quartal".

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> stieg um 0,96 Prozent auf 2908,11 Zähler. Der Cac 40 <FR0003500008> in Paris legte ähnlich deutlich zu, während die Börse in London wegen eines Feiertages geschlossen blieb. In den USA kletterte der Dow Jones Industrial <US2605661048> zum europäischen Börsenschluss um 1,6 Prozent nach oben.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,49 Prozent am Vortag auf minus 0,55 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,04 Prozent auf 145,34 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> sank um 0,12 Prozent auf 173,76 Zähler.

Der Kurs des Euro <EU0009652759> stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0843 (Donnerstag: 1,0783) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9223 (0,9274) Euro./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---