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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Optimisten gewinnen die Oberhand im Dax

·Lesedauer: 4 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt haben am Dienstag die Optimisten die Oberhand gewonnen. Nach einem verhaltenen Start setzte sich der Leitindex Dax <DE0008469008> am Nachmittag klar in der Gewinnzone fest und stieg letztlich um 0,61 Prozent auf 12 906,02 Punkte. Damit bewegt sich das Börsenbarometer wieder auf dem Niveau von Ende September.

Die Anleger hätten wieder verstärkt auf eine Einigung im Ringen um ein weiteres US-Konjunkturpaket gesetzt, kommentierte Analyst David Madden vom Handelshaus CMC Markets. "US-Präsident Donald Trump hat sich in den Wahlumfragen bislang nicht gerade gut geschlagen." Das könne die Republikaner dazu bewegen, den Demokraten Zugeständnisse beim Aushandeln weiterer Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft zu machen. Der Präsident selbst demonstrierte am Dienstag nach einem Klinikaufenthalt wegen einer Coronavirus-Infektion Stärke, auch wenn er nach Angaben seines Leibarztes noch nicht über dem Berg ist.

Stützend wirkte auch der gestartete Zulassungsprozess für einen Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech <US09075V1026> gegen das Coronavirus. "Je schneller es einen Impfstoff gibt, desto eher lockert die Politik die Restriktionen und wirtschaftlichen Einschränkungen. Die stellen derzeit nämlich einen Würgegriff für die globale Konjunktur dar", ergänzte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank.

Während wie der Dax auch europaweit die wichtigsten Börsen stiegen, gab der MDax <DE0008467416> bis Handelsschluss seine Gewinne wieder ab und beendete den Tag mit minus 0,14 Prozent auf 27 668,00 Zähler. Den Index der 60 mittelgroßen Börsentitel belasteten vor allem kräftige Verluste von Schwergewichten wie Shop Apotheke <NL0012044747> und Symrise <DE000SYM9999>.

Spitzenwert im Dax war mit plus 5,7 Prozent die Aktie der Deutschen Bank <DE0005140008> nach zuversichtlichen Aussagen von Vorstandschef Christian Sewing zum dritten Quartal. Im September bereits hatte sich Finanzvorstand James von Moltke während einer Investorenkonferenz ähnlich positiv geäußert.

Um 6,5 Prozent schnellten die Aktien der Aareal Bank <DE0005408116> in die Höhe, nachdem die US-Bank Citigroup eine Kaufempfehlung für die Papiere des Immobilienfinanzierers ausgesprochen hatte. An der Index-Spitze setzte sich die starke Erholung der Grenke-Aktien <DE000A161N30> mit einem Plus von knapp zehn Prozent fort. Am Vortag hatte sich das Unternehmen nach Vorwürfen der Bilanzmanipulation in einem wesentlichen Punkt entlastet gesehen: Der Wirtschaftsprüfer KPMG hatte die Bestätigungen für den weit überwiegenden Teil der Bankguthaben erhalten.

Neben den Kursverlusten des Spezialchemie-Unternehmens Symrise von knapp 4 Prozent, büßten die schwer gewichtigen Papiere der Shop Apotheke sogar 8,4 Prozent ein. Erst am Vortag waren sie auf ein Rekordhoch gestiegen. Nun belastete vor allem eine gestrichene Kaufempfehlung der Privatbank Hauck & Aufhäuser sowie ein Bericht des "Handelsblatt".

Aus einem der Zeitung vorliegenden Brief des Binnenmarktkommissars Thierry Breton an Gesundheitsminister Jens Spahn gehe hervor, dass sich die EU-Kommission für das Apotheken-Gesetz ausgesprochen habe, hieß es. Der Gesetzesentwurf sieht unter anderem ein Rabattverbot für den Versandhandel vor, um so stationäre Apotheken zu stärken. Der darüber hinaus von der Shop Apotheke mitgeteilte vorzeitige Tausch von 90 Prozent einer Wandelanleihe in neue Aktien wurde am Markt als "alter Hut" bewertet. Die Information dürfte nicht überrascht haben. Sie sei bereits ausreichend angekündigt gewesen.

Der Windanlagenhersteller Nordex <DE000A0D6554> erhielt erneut einen Großauftrag in den USA, was dessen Aktien um 8,1 Prozent nach oben und damit an die SDax <DE0009653386>-Spitze katapultierte.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gewann 0,41 Prozent auf 3233,30 Punkte und in ähnlicher Größenordnung stieg auch der Cac 40 <FR0003500008> in Paris, während die Börse in London nur knapp im Plus schloss. In den USA legte der Dow Jones Industrial <US2605661048> zum europäischen Handelsschluss um 0,2 Prozent zu. Die technologielastigen Nasdaq-Indizes gaben zugleich zwischen 0,4 und 0,7 Prozent nach.

Der Euro <EU0009652759> profitierte von robusten Industriedaten aus Deutschland und notierte am frühen Abend bei 1,1777 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1795 (Montag: 1,1768) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8478 (0,8498) Euro. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,54 Prozent am Montag auf minus 0,53 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> fiel um 0,09 Prozent auf 145,74 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> rückte um 0,07 Prozent auf 174,34 Zähler vor./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---