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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Nervöse Anleger setzen Dax wieder unter Druck

·Lesedauer: 4 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - In einem unruhigen Umfeld hat der Dax <DE0008469008> am Freitag seine Achterbahnfahrt fortgesetzt. Nach seiner Stabilisierung am Vortag ließ er zu Wochenschluss wieder kräftig Federn. Zeitweise konnte der Leitindex sein Minus zwar dank neuer Entwicklungen auf der Suche nach weiteren Impfstoffen gegen das Coronavirus reduzieren. Am Ende blieb die Nervosität aber groß wegen des in den USA ablaufenden Gerangels zwischen Hedgefonds und privaten Gegenspekulanten.

Aus dem Handel ging der Dax 1,71 Prozent tiefer bei 13 432,87 Punkten, womit er in Richtung seines früh erreichten Tagestiefs tendierte. Auf Wochensicht hat er nun 3,2 Prozent an Wert verloren. Die jüngsten Turbulenzen trübten den bislang gut geglaubten Jahresauftakt: Trotz des früh aufgestellten Rekords von 14 131 Punkten hat der Dax im Januar 2,1 Prozent eingebüßt. Auch die anhaltenden Sorgen vor den Folgen der Corona-Pandemie machten sich dabei zuletzt wieder stärker bemerkbar.

In der zweiten deutschen Börsenreihe fiel der MDax <DE0008467416> am Freitag um 1,19 Prozent auf 31 086,78 Punkte. Der Kleinwerte-Index SDax <DE0009653386> dagegen schlug sich etwas besser, er ging nur leicht mit 0,20 Prozent im Minus über die Ziellinie.

Sorgen bereiten vielen Anlegern die heftigen Schwankungen bei einigen Einzelwerten. Hintergrund ist das Ringen zwischen Hedgefonds, die bei einzelnen Werten auf fallende Kurse spekulierten, und privaten Anlegern, die sich in einem Internet-Forum mobilisierten und so bei dem US-Videospielhändler Gamestop und anderen Aktien extreme Kurskapriolen herbei führten. Dies hatte zuletzt merklich die Risikobereitschaft der Anleger gestört. Das Thema hat in den USA nun die politische Ebene erreicht.

Ohnehin waren die Anleger zuletzt schon verstärkt ins Zögern geraten wegen des erfolglosen Kampfs, den Europa und die USA bislang gegen das Coronavirus führen. Immerhin gab es aber neue Meldungen über Fortschritte bei weiteren Impfstoffen: Die US-Unternehmen Johnson & Johnson sowie Novavax berichteten von unterschiedlich hohen Wirksamkeiten. Derweil hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) die bedingte Marktzulassung für den Impfstoff von Astrazeneca empfohlen.

Vor dem Hintergrund des "Gamestop-Bebens", wie es Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets beschrieb, gab es weiterhin auch starke Ausschläge bei einigen deutschen Werten, allen voran die Aktien von Varta <DE000A0TGJ55> und Evotec <DE0005664809>. Am Freitag erlitten die beiden im MDax enthaltenen Aktien hohe Verluste von 18,8 beziehungsweise 12,3 Prozent.

Mit Zahlen positiv im Blick standen im Dax die 0,9 Prozent höheren Daimler-Aktien <DE0007100000>. Der Autobauer verdiente dank eines starken Schlussquartals im vergangenen Jahr deutlich mehr als erwartet. Begeistert waren Marktbeobachter vor allem von der Entwicklung des Zuflusses an freien Barmitteln.

Zahlen gab es auch von SAP <DE0007164600>, bei dem aber noch stärker die Nachlese des starken Börsengangs der US-Marktforschungstochter Qualtrics <US7476012015> am Vortag in New York im Fokus stand. Die Aktien des Softwarehersteller sollten mittelfristig von letzterem profitieren, sagte ein Händler. Am Freitag waren sie mit einem Minus von 3,2 Prozent einer der schwächsten Indexwerte.

Im MDax gab es mit Sartorius <DE0007165631> nach einer Reihe positiver Analysteneinschätzungen eine Aktie mit einem dominierenden Kursgewinn von 5,01 Prozent. Hier fiel das Bankhaus Metzler positiv auf mit einem neuen Kursziel von 520 Euro, was immer noch ein Kurspotenzial von einem Viertel verspricht.

Auch international nahmen die Turbulenzen am Aktienmarkt kein Ende. Der EuroStoxx <EU0009658145> fiel sogar um 2,13 Prozent auf 3481,44 Punkte. Auch für den Pariser Cac 40 <FR0003500008> ging es um mehr als zwei Prozent bergab und für den Londoner FTSE 100 <GB0001383545> um 1,8 Prozent. In New York stand der Dow Jones Industrial <US2605661048> zum hiesigen Handelsschluss mit 1,4 Prozent unter Druck.

Der Euro <EU0009652759> stieg, gestützt auf positiv ausgelegte Wachstumsdaten aus großen Euroländern kostete er am Nachmittag 1,2136 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auch auf diesem Niveau (Donnerstag: 1,2091) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8239 (0,8270) Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,58 Prozent am Vortag auf minus 0,54 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> fiel um 0,16 Prozent auf 146,06 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> sank um 0,14 Prozent auf 177,33 Punkte./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---