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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Leicht im Minus - EZB mit großem Zinsschritt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die zwei zentralen Themen der Woche, Gaslieferungen und EZB-Leitzinsentscheidung, haben am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag für einen schwankungsreichen Handel gesorgt. Letztlich schloss der Dax <DE0008469008> mit einem Verlust von 0,27 Prozent auf 13 246,64 Punkte. Der MDax <DE0008467416> gab um 0,15 Prozent auf 26 656,25 Zähler nach. Positive Impulse für den Markt lieferte am Morgen zunächst die Nachricht, dass wieder russisches Gas durch die Pipeline Nord Stream 1 fließt. Am Nachmittag löste die kräftige Erhöhung der Leitzinsen in der Eurozone ein deutlich nervöses Auf und Ab aus. Die neuerliche Regierungskrise in Italien sorgte für zusätzliche Unsicherheit unter den Anlegern.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte angesichts der rekordhohen Inflation die Leitzinsen um 0,5 Prozentpunkte angehoben und damit deutlicher als viele erwartet hatten. Dieser erste Zinsschritt seit elf Jahren wurde am Markt überwiegend begrüßt. "Die EZB hat heute die Ära der Negativzinsen in Europa beendet", kommentierte Wolfgang Bauer, Fondsmanager im Public Fixed Income Team bei M&G Investments. Dass der Zinsschritt doppelt so stark ausgefallen sei wie im Juni angekündigt, sei ein Beleg für die Schwere der Inflationsdynamik und auch dafür, dass sich die Währungshüter der Eindämmung der Inflation verpflichtet fühlten. Vergessen werden sollte Bauer zufolge trotzdem nicht, dass die EZB immer noch eine deutlich moderatere Geldpolitik betreibe als andere große Zentralbanken.

Mit Blick auf den Rücktritt des italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi sprach JPMorgan-Analyst Marco Protopapa von einem "schockierenden Zusammenbruch der Regierung". Es werde einige Zeit dauern, bis die Auswirkungen auf Italien sowie die enormen Schäden, die dem Land seit den Wahlen im März 2018 durch die populistischen Parteien zugefügt worden seien, vollständig analysiert würden. Eines befürchten viele Anleger allerdings jetzt schon: Das hoch verschuldete Italien könnte nun wieder zu einer Gefahr für die Europäische Union und den Euro werden.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging es letztlich um 0,31 Prozent auf 3596,51 Punkte nach oben. Auch in Paris und London ging es aufwärts, während die italienische Börse nachgab. In den USA verlor der Dow Jones Industrial <US2605661048> zum Börsenschluss in Europa moderat.

Unter den Einzelwerten im Dax zog die Aktie von Europas größtem Softwarehersteller SAP <DE0007164600> Aufmerksamkeit auf sich. Sie büßte als drittschwächster Wert 2,8 Prozent ein. Im zweiten Quartal gingen die Ergebnisse wegen Russland und einem schwachen Lizenzgeschäft deutlich zurück. Für das Gesamtjahr strich das Management zudem seine Prognose für das operative Ergebnis zusammen.

Der Pharma- und Laborausrüster Sartorius <DE0007165631> blieb weiter auf Wachstumskurs, was das Papier mit plus 7,8 Prozent an die Dax-Spitze katapultierte. Zudem wurde der Jahresausblick bekräftigt.

Für Hellofresh <DE000A161408> dagegen ging es um weitere 14,0 Prozent auf 25,74 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit April 2020 abwärts. Die goldenen Zeiten Ende des vergangenen Jahres, als die Aktie noch knapp unter 100 Euro notierte, sind vorbei. Nach der Umsatz- und Gewinnwarnung des Kochboxenlieferanten am Vortag folgten an diesem Donnerstag zahlreiche negative Analystenkommentare.

Ein gesenkter Margenausblick brachte die Aktie von Norma <DE000A1H8BV3> mit minus 13,1 Prozent unter Druck. Der Verbindungstechnikspezialist leidet unter den deutlich gestiegenen Materialkosten.

Der Euro <EU0009652759> legte nach der Zinsentscheidung zeitweise sehr kräftig zu und kostete am frühen Abend 1,0188 US-Dollar. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0199 Dollar fest und damit auf dem Niveau vom Mittwoch. Der Dollar kostete damit 0,9805 Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen von 1,09 Prozent am Mittwoch auf 1,15 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> fiel um 0,29 Prozent auf 134,47 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> dämmte seine Verluste ein und gab zuletzt um 0,08 Prozent auf 151,77 Zähler nach./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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