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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Aussicht auf Zinsplateau treibt Dax an

FRANKFURT (dpa-AFX) -Am deutschen Aktienmarkt sind die Kurse am Donnerstag nach der Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) ins Plus gedreht. Es überraschte die Anleger nicht, dass die Währungshüter der Eurozone den Leitzins um weitere 0,25 Prozentpunkte erhöhten. Es verfestigte sich aber die Ansicht, dass es der letzte Zinsschritt in der Eurozone gewesen sein könnte.

Der Dax DE0008469008 stieg um 0,97 Prozent auf 15 805,29 Punkte. Der deutsche Leitindex legte damit nicht ganz so stark zu wie das gesamteuropäische Umfeld. Denn er wurde unter anderem von fallenden Autowerten gebremst. Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmenswerte kletterte letztlich um genau ein Prozent auf 27 326,00 Punkte.

Laut der Kapitalmarktstrategin Ann-Katrin Petersen vom Vermögensverwalter Blackrock signalisierte die EZB in ihren Begleitaussagen, dass der zehnte Zinsschritt der wahrscheinlich letzte war in einem außergewöhnlich scharfen Straffungszyklus. "Die heutige EZB-Sitzung unterstreicht, dass auf den Leitzinsgipfel ein Zinsplateau folgen dürfte, aber kein baldiges Zurückrutschen ins Tal der Niedrigzinsen", so die Expertin. Sie geht davon aus, dass es für Zinssenkungen im kommenden Jahr noch ein langer Weg wird.

"Ein Verzicht auf die Zinsanhebung, eine Pause, hätte die Zinserhöhungserwartungen angesichts des noch hohen Inflationstempos lediglich auf die nächste Sitzung verschoben", erklärte Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust. Insgesamt lasse die EZB mit der erneuten Zinserhöhung keine Zweifel an ihrer Entschlossenheit bei der Inflationsbekämpfung. Andere Experten betonten, diese habe eine höhere Priorität als die Vermeidung einer Rezession.

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Auf die Perspektive eines Zinsplateaus reagierten die Immobilienwerte besonders stark. Für die Aktien von Vonovia DE000A1ML7J1 zum Beispiel ging es als Dax-Spitzenreiter um 5,1 Prozent nach oben bis nah an ihr Hoch vom März. In der Branche macht ein Ende des Straffungskurses Hoffnung auf wieder bessere Zeiten am Immobilienmarkt, der unter den hohen Zinsen monatelang schwer gelitten hatte.

Am anderen Dax-Ende legten die am Vortag noch starken Autowerte den Rückwärtsgang ein. Im Sektor machen sich neuerdings Sorgen breit um vermehrte Konkurrenz aus China. Hinzu kam am Donnerstag eine Abstufung der BMW DE0005190003-Aktie durch den Barclays-Analysten Henning Cosman, der befürchtet, dass die Margen der Münchener ihren Höhepunkt überschritten haben. Das BMW-Minus von 1,5 Prozent wurde aber noch in den Schatten gestellt von der Porsche AG DE000PAG9113 mit minus 2,4 Prozent.

Weiter begehrt waren die Windkraftanlagenbauer, die am Vortag schon von angekündigten Unterstützungsplänen der EU profitiert hatten. Eine Analystenempfehlung für das dänische Unternehmen Vestas DK0061539921 kam nun als positive Branchennachricht hinzu. Nordex DE000A0D6554 zogen nach einem vermeldeten Auftrag aus Spanien im MDax um 5,5 Prozent an. Titel von Siemens Energy DE000ENER6Y0, dem Mutterkonzern des Nordex-Konkurrenten Gamesa, gewannen im Dax 4,2 Prozent.

Auch im Telekom-Sektor gab es steigende Kurse, hier hallte eine am Vortag signalisierte Verlängerung von Mobilfunkfrequenzen positiv nach. In der Folge sprach die Citigroup Kaufempfehlungen für Telefonica Deutschland DE000A1J5RX9, 1&1 DE0005545503 und United Internet DE0005089031 aus. Die beiden letzteren Aktien profitierten mit Anstiegen um bis zu 6,5 Prozent besonders stark davon.

Der EuroStoxx legte um 1,33 Prozent auf 4279,75 Punkte zu und zeigte sich damit stärker als der Dax. Auch der französische Cac 40 FR0003500008 hatte etwas Vorsprung. Angetrieben von Minenwerten stieg der Londoner FTSE 100 GB0001383545 sogar um knapp zwei Prozent. In New York bewegte sich der Dow Jones Industrial US2605661048 zuletzt mit 0,8 Prozent im Plus.

Der Euro EU0009652759 geriet nach dem Zinsentscheid unter Druck und notierte zuletzt bei 1,0657 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0730 (Mittwoch: 1,0733) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9319 Euro.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen stiegen. Im Rentenhandel sank die Umlaufrendite von 2,70 Prozent am Vortag auf 2,68 Prozent. Der Rentenindex Rex DE0008469107 fiel um 0,04 Prozent auf 123,46 Punkte. Der Bund-Future DE0009652644 legte um 0,38 Prozent auf 131,12 Punkte zu./tih/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---