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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Zurückhaltung vor US-Bankenzahlen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat am Donnerstag moderat nachgegeben. Vor den um die Mittagszeit anstehenden Quartalszahlen großer US-Banken hielten sich die Anleger zurück. In der ersten Handelsstunde verlor der deutsche Leitindex 0,15 Prozent auf 12 737,28 Punkte. Für den MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,07 Prozent auf 25 485,82 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> sank um 0,45 Prozent auf 3438,50 Zähler.

Am Vortag hatte der Dax sichtbar negativ auf Daten zur weiter immens hohen US-Inflation reagiert, seine Verluste bis zum Handelsende aber eingedämmt. Eine ähnliche Entwicklung hatten auch die US-Börsen gezeigt. Sie hätten sich damit recht wacker gehalten, obwohl die Anleihemärkte immer stärker einen Wirtschaftsabschwung einpreisten, erklärte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Die Aktienmärkte täten sich schwer mit der Richtungssuche. Als wichtigen Stimmungstest sieht Hewson nun die Reaktion auf die Zahlen der US-Bank JPMorgan <US46625H1005> am Mittag. Auch Konkurrent Morgan Stanley <US6174464486> berichtet über seine Geschäftsentwicklung.

Davor standen am deutschen Aktienmarkt hiesige Unternehmensnachrichten im Fokus. Die Aktien der Deutschen Telekom <DE0005557508> sanken als größter Dax-Verlierer um 1,7 Prozent. Die Bonner verkaufen eine 51-prozentige Mehrheit an ihrem Funkturmgeschäft an ein Investorenduo aus dem kanadischen Finanzinvestor Brookfield und dem US-amerikanischen Infrastrukturinvestor Digital Bridge. Der Preis liegt einem Händler zufolge knapp unter dem inoffiziell kursierenden Wert, was die Aktie wohl belaste.

Dass sich Hugo Boss <DE000A1PHFF7> nach einem überraschend guten zweiten Quartal für das Gesamtjahr nun mehr zutraut, ließ die Anteilsscheine des Modekonzerns um 3,7 Prozent auf 56,32 Euro steigen. Damit zählten sie zu den MDax-Favoriten. Bei Analysten stießen Zahlen und Ausblick auf viel Lob. Michael Kuhn von der Deutschen Bank warf die Frage auf, ob die neuen Ziele nicht immer noch zu vorsichtig sein könnten. So impliziere das obere Ende des neuen Ausblicks immer noch einen Rückgang des operativen Gewinns im zweiten Halbjahr. zu überwinden, nachdem sie das am Mittwoch nicht geschafft hatte, sagte ein Händler.

Halbleiter-Aktien zählten angesichts erfreulicher Nachrichten der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSCM) ebenfalls zu den Gewinnern. Das Unternehmen, das weltweit zu den größten Halbleiterherstellern zählt, veröffentlichte überraschend starke Quartalszahlen und erhöhte den Umsatzausblick. Im Dax verteuerten sich Infineon <DE0006231004> um 1,7 Prozent, und im MDax ging es für die Papiere des Hightech-Maschinenbauers Aixtron <DE000A0WMPJ6> um 1,4 Prozent hoch. Gefragt waren auch europäische Branchenwerte wie STMicro <NL0000226223> und ASML <NL0010273215>.

Ansonsten sorgten Analystenkommentare für Kursausschläge. Einige Chemietitel litten unter einer negativen Branchenstudie der UBS. Im Dax büßte BASF <DE000BASF111> ein Prozent ein, nachdem die Schweizer Bank die Aktie abgestuft hatte und nun zum Verkauf rät. Die Quartalszahlen der Chemieunternehmen dürften zwar erneut robust ausfallen sein, aber nun schnell im Rückspiegel verschwinden, schrieb Analyst Andre Stott. Die Branche erlebe eine schwierige Zeit angesichts der Gasversorgungskrise und der miesen Verbraucherstimmung. Für Evonik <DE000EVNK013> strich Stott seine Kaufempfehlung, worauf die Aktie im MDax um 2,4 Prozent nachgab.

Der Bausoftware-Anbieter Nemetschek <DE0006452907 > verzeichnete ein Kursminus von 1,8 Prozent. Hier wog eine negative Studie der Bank of America (Bofa), die die Beobachtung mit dem skeptischen Anlagevotum "Underperform" aufnahm, offenbar schwerer als eine Hochstufung von Morgan Stanley.

Für Indexnachbar Software AG <DE000A2GS401> ging es um 2,7 Prozent bergab, nachdem Morgan Stanley die Aktie heruntergestuft hatte und nun eine Untergewichtung empfiehlt. Die Analysten der US-Investmentbank rechnen mit soliden Quartalsberichten von Software-, IT- und FinTech-Unternehmen. Der Fokus dürfte sich auf Aussagen zum Ausblick richten, für 2023 befürchten sie ein schwierigeres, rezessives Wirtschaftsumfeld. Die Abstufung der Software AG begründete der zuständige Analyst Alastair Nolan mit dem höheren Kurspotenzial von Konkurrenten.

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