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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax dank Zollstreithoffnungen leicht im Plus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Positive Signale im US-chinesischen Handelsstreit haben dem Dax <DE0008469008> zum Wochenstart moderate Gewinne beschert. Der deutsche Leitindex legte eine Stunde nach Handelsbeginn um 0,54 Prozent auf 13 234,66 Punkte zu. Der MDax <DE0008467416> für mittelgroße Werte stieg um 0,55 Prozent auf 27 240,24 Zähler. Im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging es um 0,59 Prozent nach oben.

Wie am Wochenende bekannt wurde, geht China ein Stück weit auf die USA zu. Die chinesische Regierung kündigte in Peking an, Strafen für die Verletzung geistigen Eigentums zu verschärfen, allerdings ohne Details zu nennen. Hinzu kommt eine Meldung der staatlichen chinesischen Zeitung "Global Times", wonach ein zuletzt immer wieder thematisiertes erstes Teilabkommen kurz vor dem Abschluss stehen soll. Die Entwicklungen hatten bereits den Börsen in Asien Auftrieb gegeben.

Marktexperte Christian Henke vom Online-Broker IG Markets bezeichnete die Äußerungen dennoch als "recht schwammig". Michael Hewson von CMC-Markets glaubt indes auch nicht, dass die für die USA wichtige Regelung zur Verletzung geistigen Eigentums Bestandteil des besagten Teilabkommens sein wird. Überhaupt würden Investoren zurzeit immer stärker bezweifeln, dass es noch vor Jahresende zu irgendeiner handfesten Einigung kommt.

Bei den Konjunkturdaten richten Investoren ihre Augen am Montag auf den Ifo-Geschäftsklimaindex für November, der die Stimmung in der deutschen Wirtschaft widerspiegelt. Der Indikator setzte seine wie erwartet Stabilisierung fort.

Vor dem Hintergrund ging es am Montag besonders in den konjunktursensiblen Branchen bergauf. Gefragt waren etwa Werte aus dem Reise- Banken- und Autosektor, geringere Zuwächse verzeichnete dagegen die Telekommunikationsbranche. Im Dax führte der Zulieferer Continental <DE0005439004> mit einem Plus von 1,51 Prozent, gefolgt von Daimler <DE0007100000> mit plus 1,38 Prozent. Die Deutsche Bank <DE0005140008> legte um 0,57 Prozent zu.

Im MDax <DE0008467416> für mittelgroße Werte landete die Commerzbank <DE000CBK1001> mit einem Aufschlag von 1,28 Prozent auf dem zweiten Platz. Ebenfalls weiter vorne befand sich der Zulieferer Hella <DE000A13SX22>, für den die Privatbank Hauck und Aufhäuser in einer am Montag vorliegenden Studie auch eine Kaufempfehlung ausgesprochen hatte. Im Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> war der Zulieferer Schaeffler <DE000SHA0159> mit einem Zuwachs von 2,53 Prozent größter Favorit.

Nach einer als Schlappe empfundenen Bundesliga-Partie gegen Paderborn gaben die Papiere von Borussia Dortmund <DE0005493092> am Vormittag um 1,59 Prozent nach. Der Verein lag am Freitag gegen den Tabellenletzten zwischenzeitlich mit 0:3 Punkten zurück und konnte erst in der Nachspielzeit ausgleichen. Am Vormittag beginnt zudem in Dortmund die Hauptversammlung des Vereins.

Der Ökostromerzeuger Encavis <DE0006095003> hat mit seinen neuen Geschäftszahlen trotz Umsatz- und Gewinnwachstum ebenfalls wenig Begeisterung unter seinen Anlegern hervorgerufen. Ein Händler monierte, dass unerwartet hohe Steueraufwendungen zuletzt etwas auf den Gewinn je Aktie gedrückt hätten. Zugleich wurden die Ergebnisse von anderer Seite als solide und den Erwartungen entsprechend bezeichnet. Die Aktie gab dennoch leicht um 0,56 Prozent nach.

Einen minimalen Gewinn gab es bei den Linde <IE00BZ12WP82>-Aktien, die um 0,19 Prozent stiegen. Der Industriegasekonzern hatte mit einer Tochter des chinesischen Stahlproduzenten Baowu eine Absichtserklärung über die weitere gemeinsame Fortentwicklung des chinesischen Wasserstoff-Marktes unterzeichnet. Die Aktie stagnierte vor Handelsbeginn.

Nach einem Interview mit dem Finanzchef der Familienholding Haniel, Florian Funck, in der "Börsen-Zeitung" legte zudem die Ceconomy-Aktie <DE0007257503> um 0,89 Prozent zu. Funck hatte darin erklärt, dass seine Firma fest an der Beteiligung an dem Elektronikhändler festhalten wolle und für die Zukunft auch größeres Potential im Geschäftsmodell sehe. Ein Experte wertete diese Aussagen als "gezielt optimistisch".