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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax erholt nach neuem Notpaket der EZB

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der Ankündigung eines weiteren Corona-Notpakets durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag stabilisiert. Der Dax <DE0008469008> erholte sich im frühen Handel um 1,9 Prozent auf 8603,42 Punkte. Die Schwankungen sind weiterhin sehr ausgeprägt: Im vorbörslichen Aktienhandel am frühen Morgen war der deutsche Leitindex noch mit einem Minus von über fünf Prozent indiziert worden.

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie des Coronavirus hat die EZB in der Nacht ein Notkaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt. Es soll dabei um Wertpapiere der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft gehen. "Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliches Handeln", schrieb EZB-Chefin Christine Lagarde auf Twitter.

Der MDax <DE0008467416> stieg daraufhin um 1,6 Prozent auf 18 192,91 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> legte sogar um 2,6 Prozent zu.

Börsianer äußerten sich am Morgen zurückhaltend zum Vorgehen der EZB. "Die Wirkung der Maßnahmen bleibt abzuwarten", sagte Volkswirt Stefan Kipar von der Bayerischen Landesbank. Zwar habe die EZB ein "großes Sicherheitsnetz eingezogen". Voraussetzung für nachhaltig stabile Märkte seien aber positive Nachrichten über die Entwicklung der Zahlen der vom Coronavirus Infizierten.

"Die EZB tritt entschlossen auf", schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. Allerdings seien nach den massiven Verlusten für den Dax "auch nicht ansatzweise Entspannungssignale auszumachen".

Seit Beginn des Crash an den Börsen Ende Februar war der Dax um mehr als 5000 Punkte oder fast 40 Prozent eingebrochen. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens, der zum Erliegen kommende Transport und Verkehr sowie die Schließung von Produktionsstätten lasteten immer schwerer auf den Kursen. Anleger, Analysten und Händler versuchen, die Auswirkungen des sich ausbreitenden Virus auf die künftigen Ergebnisse der Unternehmen abzuschätzen - und an den Börsen eine angemessene Bewertung der Wertpapiere zu finden.

Die rasche Ausbreitung des Virus hatte zuletzt enorme Kursausschläge an den Finanzmärkten zur Folge. Viele institutionelle Investoren sahen sich wegen der rasch und stark zunehmenden Schwankungen quasi gezwungen, risikobehaftete Anlagen wie Aktien zu veräußern. Das wiederum hatte den Abwärtsdruck noch verstärkt.

Im Dax lagen am Donnerstag solche Papiere vorn, die Anleger als große Verlierern des Coronavirus ausmachen: MTU Aero Engines <DE000A0D9PT0>, Deutsche Post <DE0005552004>, Lufthansa <DE0008232125> und Deutsche Bank <DE0005140008> erholten sich um bis zu sieben Prozent. Die Lufthansa streicht das Flugprogramm wegen der Coronakrise noch stärker zusammen als bisher bekannt. Im MDax erholten sich Airbus <NL0000235190>-Aktien um fast zehn Prozent.

Osram <DE000LED4000> dagegen fielen um 13 Prozent auf den niedrigsten Stand seit fast sieben Jahren. Hier fürchten Händler, dass die laufende Übernahme des Herstellers von Lichttechnik durch den Chip-Produzenten AMS <AT0000A18XM4> wegen des Crash an den Börsen scheitern könnte.

Als Profiteure des Coronavirus werden an der Börsen immer wieder die Aktien des Online-Händlers für Tierbedarf Zooplus <DE0005111702> sowie der Biopharmazeutika-Hersteller Biontech <US09075V1026> und Heidelberg Pharma gehandelt. Hier reichten die Kursgewinne von 13 bis zu 27 Prozent.