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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax schwächelt nach Vortagessprung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach deutlichen Vortagesgewinnen ist dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch ein wenig die Luft ausgegangen. Im frühen Handel verlor der Dax <DE0008469008> 0,35 Prozent auf 10 691,59 Punkte. Einerseits herrscht unter den Anlegern Freude über weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen, andererseits strömen immer mehr negative Wirtschaftsdaten in den Markt. So brachen im März die Auftragseingänge der deutschen Industrie weit stärker ein als erwartet. Aus Spanien kamen überraschend deutlich eingetrübte Stimmungsdaten aus dem Dienstleistungssektor. Auch schwelt nach wie vor die Sorge um ein erneutes Aufflammen des Handelskonflikts zwischen den USA und China.

Für den MDax <DE0008467416> ging es um 0,54 Prozent auf 22 991,97 Punkte abwärts. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145>, der Leitindex der Eurozone, verlor 0,54 Prozent auf 2860,36 Punkte.

Laut Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK unterschätzt der Markt trotz aller Freude über die zunehmenden Lockerungsschritte in der Corona-Krise, dass die vermeintliche Rückkehr zur "Normalität" nicht mehr die zur altgewohnten sein wird. "Es gibt ein sehr reales Risiko, dass die längerfristigen Konsequenzen der Veränderungen unterschätzt werden."

Die Konjunkturdaten zeichnen bereits ein sich weiter eintrübendes Umfeld, denn auf die deutlich schwächer als erwarteten Auftragseingänge der deutschen Industrie kommen nach und nach nun die Stimmungsdaten (PMI) vom April für die Dienstleistungssektoren in Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland in die Märkte. Nachdem am Vortag bereits Großbritannien mit seinen Daten erschreckte, tat dies auch Spanien. Später dann werden außerdem die Einzelhandelsumsätze der Eurozone vom März veröffentlicht.

Unternehmensseitig geht die Berichtssaison weiter und dies schlug sich deutlich sichtbar im Dax nieder. Dort nahmen die Aktien von BMW mit minus 4,3 Prozent den letzten Platz ein, während die des Krankenhaus- und Medizintechnikunternehmens Fresenius samt der Dialyse-Tochter FMC die vordersten Plätze belegten mit jeweils einem Plus von etwas mehr als 3 Prozent.

Der Autobauer BMW <DE0005190003> litt im ersten Quartal spürbar unter den Folgen der Corona-Krise und kappte daher seine Gewinnprognose für 2020. Gut kam dagegen mit Blick auf Fresenius <DE0005785604> an, dass der Konzern an seinen Wachstumszielen vorerst festhält, allerdings ohne Corona-Folgen einzubeziehen. Eine Aktualisierung mitsamt Covid-19-Effekten ist zur Halbjahresbilanz geplant. Zudem starteten die Bad Homburger trotz erster Belastungen durch die Corona-Krise mit Zuwächsen bei Umsatz und Konzernergebnis in das Jahr. Die von FMC <DE0005785802> gemeldeten Zahlen fielen zugleich etwas besser aus als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Zudem bestätigte auch der Dialyse-Spezialist seine Jahresziele.

Aus der zweiten Reihe zogen unter anderem Fraport <DE0005773303> die Blicke auf sich und gaben um 1,3 Prozent nach. Der weitgehende Stopp der Passagierflüge infolge der Corona-Pandemie riss den Frankfurter Flughafenbetreiber im ersten Quartal in die roten Zahlen. Auch für das Gesamtjahr wird unter den Strich nun mit Verlusten gerechnet.

Quartalsberichte legten auch der Spezialchemiekonzern Lanxess <DE0005470405> sowie der Halbleiterkonzern Dialog Semiconductor <GB0059822006> vor, die allesamt zulegten. Besonders deutlich ging es für Dialog mit 4,4 Prozent nach oben, die als britische Aktie inzwischen nur noch im CDax zu finden ist. Dank einer überraschend starken Bilanz erreichte die Chip-Aktie den höchsten Stand seit Anfang März.

Bekannt wurde am Vorabend zudem, dass infolge der Übernahme des Spezialmaschinenbauers Isra Vision <DE0005488100> durch Atlas Copco, das Unternehmen nun den SDax <DE0009653386> verlassen muss. Von Freitag an wird Isras Platz der Online-Lotto-Anbieter Zeal Network <GB00BHD66J44> einnehmen. Zeal Network reagierte darauf allerdings nicht. Die Aktie gab um 1,2 Prozent nach.