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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax steigt - Wirecard am Ende

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt ist es am Freitag zunächst weiter nach oben gegangen. Der Dax <DE0008469008> gewann im frühen Handel 0,73 Prozent auf 12 266,66 Punkte und blieb damit über der 200-Tage-Linie als Indikator für den längerfristigen Trend. Auf Wochensicht liegt der Dax aktuell ein halbes Prozent tiefer.

Die erfolgreiche Verteidigung der 12 000er-Marke und die Trendumkehr im Vortageshandel machten Mut für die kommenden Handelstage, kommentierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets.

Der Markt ist nach Einschätzung von Experten allerdings hin- und hergerissen zwischen wieder gestiegenen Corona-Sorgen und Konjunkturdaten, die zumindest auf eine moderate Erholung der Wirtschaft hindeuten. Mit Blick auf den Sommer sei das Umfeld für die Finanzmärkte herausfordernd, urteilten die Experten der Credit Suisse. Aktien blieben zunächst attraktiv, doch schade eine gewisse Vorsicht nicht. Vor allem die Entwicklung in den Vereinigten Staaten und die dort wieder zum Teil stark steigende Zahl von Corona-Neuinfektionen bereitet vielen Investoren Kummer.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Börsenwerte rückte am Freitagmorgen um 0,34 Prozent auf 25 966,35 Punkte vor. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gewann 0,8 Prozent.

Bei den Einzelwerten stehen auch vor dem Wochenende einmal mehr die Wirecard <DE0007472060>-Aktien im Mittelpunkt. Der in einen Bilanzskandal verwickelte Zahlungsabwickler stellte am Donnerstagabend Antrag auf Insolvenz, nachdem er dies am Vormittag angekündigt hatte. Die Titel rauschten am Freitag um mehr als 42 Prozent auf knapp zwei Euro weiter in die Tiefe. "Der schwerste Fall von Wirtschaftskriminalität in der jüngeren Vergangenheit hat dazu geführt, dass Wirecard quasi nichts mehr wert ist - die Aktie ist zum Spielzeug von Tradern verkommen", schrieb Experte Stanzl zu dem Drama. Dem Dax selbst habe jüngst aber die Wirren um das Fliegengewicht Wirecard nichts anhaben können.

Bei der Lufthansa <DE0008232125> ging die am Vortag gestartete Erleichterungsrally erst einmal nicht weiter, nachdem am Vorabend nach Börsenschluss die Aktionäre des MDax-Konzerns einer 20-prozentigen Kapitalbeteiligung der Bundesrepublik mit einer Mehrheit von 98 Prozent zugestimmt hatten. Die Freude flachte nun ab, Lufthansa verloren mehr als eineinhalb Prozent.

Ein laut Händlern unerwarteter Quartalsverlust des US-Sportartikelherstellers Nike <US6541061031> färbte auf die Papiere des Rivalen Adidas <DE000A1EWWW0> ab. Die Aktien des Dax-Konzerns gaben um ein knappes halbes Prozent nach. Es sei immerhin der erste Verlust von Nike in mehr als zwei Jahren, hieß es am Markt. Die Virus-Pandemie macht den Sportwaren- wie auch den Luxusgüterkonzernen zu schaffen. Viele Läden mussten im Zuge der Abriegelungen der Wirtschaft und der Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens geschlossen werden.